60.000 Migranten stürmen Grenze

von Redaktion

Dramatische Lage in Spanien – Weber: Sanchez hat dieses Problem verursacht

München – Zehntausende Migranten haben die Grenze zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika gestürmt. In den vergangenen Tagen erreichten rund 60.000 Menschen Ceuta – vorwiegend junge Männer und Jugendliche. An die 57 Migranten sind nach Schätzungen dabei bisher ums Leben gekommen. Spaniens Regierungschef Pedro Sanchez gerät unter Druck. Er würde „das, was geschehen ist, als einen Angriff auf Spanien bezeichnen“, sagte er bei einem Besuch der Exklave.

Die Polizei und die Guardia Civil schienen allerdings kaum einzuschreiten. Ausgelassene Migranten liefen durch Ceuta und dankten der Polizei. Einige erklärten, sie hätten gehört, „die Grenze sei geöffnet worden“. Die spanische Regierung entsandte angesichts der Lage Soldaten in die Exklave. Die Soldaten sollten die örtliche Polizei „bei allen weiteren Maßnahmen unterstützen, die zum Aufrechterhalten der Sicherheit“ erforderlich sein könnten.

In anderen EU-Staaten gibt es scharfe Kritik. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nannte die Bilder aus Ceuta „schockierend“. Laut ihrem Außenminister Antonio Tajani wurde das Schengen-Abkommen über den freien Personenverkehr in der EU gegenüber Spanien vorübergehend ausgesetzt. Frankreich kündigte verstärkte Grenzkontrollen zu Spanien an.

Der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei, CSU-Vize Manfred Weber, kritisierte Spanien scharf. „Nationale Alleingänge wie der von Sanchez in der Migrationspolitik haben dieses Problem verursacht“, sagte Weber unserer Zeitung. „Wir brauchen endlich einen echten europäischen Außengrenzschutz mit einem starken Frontex.“ Die Linkspartei verlangte, Migranten aus Ceuta in Deutschland aufzunehmen. AFP/CD»KOMMENTAR/POLITIK

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