Berlin – Der Preis für das Deutschlandticket könnte ab 2027 um gut drei Euro steigen. Das ergeben Berechnungen des Fachinformationsdienstes Tagesspiegel Background. Grundlage für die Erhöhung ist ein Preisindex, der von den Verkehrsministern der Länder beschlossen worden war. Er besteht aus mehreren Faktoren wie Personal- und Energiekosten. Demnach könnte der Preis um 3,40 Euro auf dann 66,40 Euro steigen. Bei der Einführung des Tickets 2023 bis Ende 2024 kostete das Ticket nur 49 Euro. Verbände wie der ökologische Verkehrsclub VCD forderten angesichts der dauernden Preiserhöhungen ein Sozialticket, um die Fahrkarte für sozial schwächere Personen bezahlbar zu halten.
Ursprünglich war erwartet worden, dass über den neuen Preis auf der Sonderverkehrsministerkonferenz am Donnerstag beraten wird. Dort hat Bayern den Vorsitz. Eine Sprecherin des bayerischen Ministeriums sagte unserer Zeitung allerdings, die Preisentwicklung werde „voraussichtlich kein Thema“ sein. Bis Ende September muss der neue Preis allerdings festgelegt sein, viel Zeit bleibt also nicht mehr.
Kritik gibt es zudem an den Spar-Angeboten der Bahn. Fahrgäste haben laut Verbraucherzentrale Bundesverband für Fahrten tagsüber nur geringe Chancen auf ein Ticket zum Super-Sparpreis. Das günstigste Angebot, für das die Bahn auf ihrer Internetseite warb, war für Fahrten in der zweiten Klasse zwischen 7 Uhr und 19 Uhr an rund drei Vierteln der untersuchten Tage nicht verfügbar. 76 Prozent der Angebote waren demnach teurer als der beworbene Preis, nur fünf Prozent günstiger. Die Bahn zweifelte die Untersuchung an. »GELD & MARKT