München – Auch Bayern setzt das Sonntagsfahrverbot für Lkw vorerst aus. Die Sonderregel greift schon ab Mariä Himmelfahrt am Samstag und ist eine Reaktion auf die extrem niedrigen Pegelstände der Wasserstraßen. Darauf haben sich Innen- und Verkehrsministerium nach Informationen unserer Zeitung am frühen Montagabend verständigt. Man wolle „das historische Niedrigwasser auf den Bundeswasserstraßen abfedern“, Lieferketten stabilisieren und Produktionsstopps verhindern.
Details der befristeten Ausnahme werden nun erarbeitet. Damit gilt das Sonntagsfahrverbot nur noch in wenigen Teilen Deutschlands. Ausnahmen haben auch Baden-Württemberg, NRW, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen beschlossen. Weil gleichzeitig Ferien-Reisewellen rollen, könnte das zu deutlich mehr Staus als ohnehin schon befürchtet führen.
Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung äußerte sich skeptisch. Die Maßnahme schaffe Flexibilität, aber keine zusätzlichen Fahrerkapazitäten. Unterdessen rechnet der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) damit, dass bei weiter sinkenden Wasserständen am Pegel keine durchgehende Schifffahrt mehr auf dem Rhein stattfindet. „Dann macht gewerbliche Schifffahrt einfach keinen Sinn“, sagte BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen. Weiter südlich gebe es noch Schiffsverkehr an den Nebenflüssen Neckar, Mosel und Main sowie auf dem Main-Donau-Kanal. Der Rhein ist Europas wichtigste Wasserstraße und verbindet wichtige Industriezentren von der Schweiz über Deutschland mit großen Häfen an der Nordsee wie Rotterdam.CD/DPA
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