München – Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, erwartet höhere Gaspreise in Deutschland. „Wir sehen sehr viel Unsicherheit durch die Sperrung der Straße von Hormus. Das wiederum heißt: Gasverbraucher sollten sich auf höhere Rechnungen einstellen“, sagte Müller zu „t-online“. Aktuell gebe es kein Anzeichen dafür, dass sich die Lage dauerhaft entspannt. Auch Natasha Fielding vom Preisinformationsdienst Argus Media rechnet für den Rest des Jahres mit Großhandelspreisen von rund 60 Euro pro Megawattstunde, doppelt so viel wie 2025.
Ein weiterer Grund für die hohen Kosten sind knappe Reserven: Die deutschen Gasspeicher sind aktuell nur zu 49,9 Prozent gefüllt. 2025 waren es bereits zwei Drittel. Laut Argus verzeichnet Europa die niedrigsten Speicherstände seit 15 Jahren. Klaus Müller forderte die Großhändler auf, mehr Gas für den Winter einzuspeichern. Es sei ausreichend verfügbar. „Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Gashändler seinen Kunden erklären möchte, dass es im Winter nicht genug Gas gibt, weil er nicht ausreichend vorgesorgt hat.“
Die weitere Entwicklung ist offen: Laut Argus-Expertin Fielding wird eine andauernde Blockade der Straße von Hormus die Gaspreise drastisch in die Höhe treiben. Gleichzeitig könnten freier Handel und ein milder Herbst mit viel Wind- und Sonnenstrom-Erzeugung für deutliche Entspannung sorgen.
Die hohen Großhandelspreise haben auch die Kosten für Neukunden-Tarife auf ein Dreijahreshoch getrieben. Verbraucherschützer raten zum Tarifwechsel: Neben besseren Konditionen winken Wechselboni und Preisgarantien.MAS » GELD & MARKT