München/Berlin – Der heiße Sommer hat in Bayern bereits zu vielen Todesfällen geführt. Nach Schätzung des Robert Koch-Instituts sind im Freistaat zum Stichtag 9. August etwa 1760 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben. Die aktuelle Zahl liegt um rund 320 über dem vor einer Woche ermittelten Wert, der die Zeit bis zum 2. August umfasste. Das RKI weist darauf hin, dass die Schätzung eine große Spannbreite hat: Sie reicht für Bayern von 1210 bis 2390. Da der Sommer noch nicht vorbei ist, kann die Zahl noch steigen.
Bayern ist der Schätzung zufolge weniger stark betroffen als andere Bundesländer: In Baden-Württemberg waren es trotz der niedrigeren Bevölkerungszahl laut RKI-Schätzung 3080 Fälle, im ebenfalls kleineren Hessen 1950, im bevölkerungsreicheren Nordrhein-Westfalen 2860.
Bundesweit geht das RKI von bislang 14.000 hitzebedingten Sterbefällen aus. Auch das ist ein Mehrfaches der Werte aus den Vorjahren. Viele Todesfälle gehen auf die besonders heiße Woche vom 22. bis 28. Juni zurück. Als hitzebedingte Sterbefälle gelten nicht nur solche, bei denen die Hitzeeinwirkung – etwa bei einem Hitzschlag – den Tod unmittelbar ausgelöst hat. In den meisten Fällen führe eine Kombination aus Vorerkrankungen und Hitze zum Tod.