München – Die insolvente Baumarktkette Hellweg und ihr Tochterunternehmen Baywa Bau- & Gartenmärkte werden abgewickelt. Für 35 der mehr als 110 Filialen gibt es nach Unternehmensangaben voraussichtlich Käufer. Die Investoren sollen die jeweiligen Standorte und die dort beschäftigten Mitarbeiter übernehmen. Der Erwerb steht laut Mitteilung teilweise noch unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Freigaben oder einer endgültigen Einigung mit den Vermietern.
In Bayern ist ausschließlich die Marke Baywa vertreten. Hier dürften nach den bisherigen Plänen unter anderem die Märkte in Bad Tölz, Murnau, Poing und Wolfratshausen gerettet sein. Allerdings werden die Marken Hellweg und Baywa aufgegeben. Die Märkte werden von anderen Händlern fortgeführt. Die Baumarktkette Obi kündigte am Freitag an, bis zu zwölf Hellweg- und Baywa-Märkte in ihr Filialnetz integrieren zu wollen. Wer die übrigen Standorte übernimmt, ist offen.
Der Betrieb in den Filialen läuft noch weiter. Den betroffenen Beschäftigten wurde bereits gekündigt, „da nicht absehbar ist, für welche der verbliebenen Filialen noch eine Fortführungslösung gefunden werden kann“. Gespräche mit potenziellen Erwerbern laufen noch.
Mitte Juni 2026 hatten die Unternehmen ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Als Gründe für die Schieflage genannt wurden unter anderem Lieferengpässe, eine allgemeine Konsumzurückhaltung und steigende Mieten. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass rund 340 Beschäftigte in den Unternehmenszentralen der beiden Ketten in Dortmund und Garching ihre Arbeitsplätze verlieren.MM, DPA