AfD-Spitzenkandidat Siegmund (M.) jubelt mit Weidel und Chrupalla. Die CDU um Sven Schulze (u. li.) ist weit abgeschlagen. © Kappeler/dpa
Magdeburg – Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt laut Hochrechnungen mit großem Abstand gewonnen. Ob es für eine absolute Mehrheit reicht, blieb am Sonntagabend aber zunächst unklar. Die als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei kam laut ARD und ZDF auf 44 bis 44,5 Prozent der Stimmen. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze erreichte mit 18 Prozent Platz zwei.
Die FDP schied mit 2 bis 2,5 Prozent aus. So ist eine Fortsetzung der bisherigen Koalition aus CDU, SPD und FDP ausgeschlossen. Die Wahlbeteiligung lag laut ZDF mit 80 Prozent auf Rekordniveau.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund wertete das Ergebnis als Erreichen des Wahlziels. „Wir haben genau das geschafft, was wir schaffen wollten“, sagte Siegmund nach Bekanntgabe der Prognosen in der ARD. „Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben.“ Die Menschen in Sachsen-Anhalt hätten ein Zeichen gesetzt, das deutlicher kaum sein könnte. Es könne nicht so weitergehen wie bisher. Siegmund bezeichnete Kanzler Friedrich Merz (CDU) als wichtigsten Wahlhelfer der AfD.
Die AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla sehen für ihre Partei den Auftrag zur Regierungsbildung. Chrupalla zeigte sich offen für eine AfD-Minderheitsregierung und Weidel deutete an, sie rechne mit Abweichlern aus der CDU-Fraktion.
Auch Siegmund spielte darauf an: „Ich weiß aber nicht, was in den nächsten Tagen passiert“, sagte er im ZDF. „Ich weiß ja nicht, ob es einzelne Abgeordnete gibt, die sagen: ‚Jetzt ist Schluss, jetzt spiel‘ ich das hier nicht mehr mit.‘“ Da könne noch viel passieren. Er bekräftigte, allen die Hand reichen zu wollen, die eine grundlegende politische Kehrtwende in Sachsen-Anhalt herbeiführen wollten. Zugleich sagte er, solche Kräfte sehe er derzeit nicht im Land. CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann schloss derweil eine Koalition mit der AfD kategorisch aus. »KOMMENTAR/POLITIK