München – Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften: In der neuen Bildungsstudie Pisa schneiden Schülerinnen und Schüler in Deutschland so schlecht ab wie nie zuvor. Die getesteten 15-Jährigen hätten „die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen erzielt“, berichtete Studienleiter Samuel Greiff. Jedem dritten Jugendlichen fehle grundlegende Kompetenz in Lesen und Mathematik, jedem vierten in Naturwissenschaften. Gut jeder Fünfte habe in keinem der drei Felder „ausreichende Basiskompetenzen“, warnte Greiff. Sein Co-Autor Francesco Avvistai warnte davor, dass immer mehr junge Menschen die Neugier und zunehmend auch den Glauben daran verlieren, dass sich Bildung lohnt.
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) nannte den Befund bei der Vorstellung in Berlin besorgniserregend. Die bayerische Kultusministerin und Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Anna Stolz, sagte: „Ein desaströses, aber nicht überraschendes Ergebnis.“ Beide betonten, dass nach Weckrufen durch andere Bildungsstudien schon gegengesteuert werde, unter anderem mit dem Start-Chancen-Programm für Schulen und dem geplanten Kita-Gesetz. Ziele sind Sprachtests im Kindergarten, besserer Grundschulunterricht und mehr Ressourcen für Schulen in armen Vierteln. „Wir fangen nicht bei null an“, sagte Stolz. Aber es brauche „einen langen Atem“.
Deutschland liegt etwa beim Durchschnitt aller teilnehmenden OECD-Staaten. Auch in anderen Ländern zeige sich ein Negativtrend, allerdings falle der in Deutschland besonders deutlich aus, erklären die Studienmacher. »KOMMENTAR/BAYERN