Brüssel – Die Zahl der Asyl-Erstanträge in den EU-Mitgliedstaaten, der Schweiz und Norwegen ist im ersten Halbjahr 2026 um 17 Prozent gesunken. In den 29 Ländern wurden nach Angaben der EU-Asylbehörde (EUAA) vom Donnerstag in den ersten sechs Monaten dieses Jahres insgesamt 332.000 Erstanträge auf Asyl gestellt. 2025 waren es im gleichen Zeitraum 399.000 Anträge. Damit setzt sich der Trend rückgängiger Zahlen bei den Asylanträgen fort. Der EUAA zufolge handelt es sich um den niedrigsten Wert seit 2021.
Die meisten Asylanträge wurden demnach von Bürgern Afghanistans gestellt (39.000), gefolgt von Menschen aus Venezuela (33.000) und Bangladesch (20.000). Der Rückgang der Gesamtzahlen sei darauf zurückzuführen, dass weniger Menschen aus Syrien, Kolumbien, der Ukraine und der Türkei Asylanträge gestellt hätten, erklärte die Asylbehörde.
Im Ländervergleich wurden die meisten Asylanträge im ersten Halbjahr in Frankreich gestellt (69.000), vor Italien (66.000), Spanien und Deutschland (jeweils 55.000). Gemessen an der Einwohnerzahl eines Landes wurden die meisten Asylanträge in Griechenland gestellt (23.000). Die Anerkennungsrate lag der EUAA zufolge bei 31 Prozent. Insgesamt gab es Ende Juni noch rund 1,18 Millionen anhängige Asylverfahren.