München – Die bayerischen Gasspeicher sind nur zu 29 Prozent gefüllt und liegen damit unter dem deutschen Schnitt von 55 Prozent. Experten warnen, dass das gesetzlich vorgeschriebene Ziel von 70 Prozent Füllstand zum 1. November so nicht erreicht wird. „Um die Versorgungssicherheit im Winter gewährleisten zu können, bedarf es in den kommenden Wochen eines deutlichen Anstiegs bei der Einspeicherung“, so Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. In Deutschland werden die Speicher grundsätzlich nur am freien Markt befüllt. Üblicherweise bieten höhere Gaspreise im Winter einen Anreiz. Doch durch den Iran-Krieg war der Sommer bislang zu teuer. Experten kritisieren, dass die Bundesregierung nicht frühzeitig Maßnahmen ergriffen hat. 2022 etwa hatten Gasleitungsbetreiber im Auftrag des Bundes die Speicher gefüllt, als der freie Markt in Schockstarre war. Früh gewarnt hat dieses Jahr der Betreiber Bayernugs: „Wir melden seit Mai Bedarf für den Speicher Wolfersberg, werden aber ignoriert.“ Dieser liegt südöstlich von München.
Grundsätzlich rechnen Experten nicht mit einem physischen Gasmangel. Denn durch das Anlegen von strategischen Reserven weisen andere EU-Länder teils höhere Füllstände auf: „Durch die EU-SOS-Verordnung sind die Mitgliedsstaaten im Falle einer Gasmangellage dazu verpflichtet, solidarisch zu handeln und geschützte Kunden zu versorgen, auch aus den Gasspeichern“, erklärt Aiwanger.
Doch jede Verschlechterung der Versorgungslage wird laut Experten die Gaspreise weiter treiben. Allein technische Probleme im Netz könnten für ein Plus von 25 Prozent sorgen.MAS»WIRTSCHAFT