Schüler auf die Zukunft vorbereiten

von Redaktion

Zum Artikel „Fridays for Rosenheim“: Schüler wollen nicht die „letzte Generation auf dieser Welt sein“ (Regionalteil) sowie zum Leserbrief von Sylvia Perner „Nicht nur Gaudi auf der Straße“:

Ich habe als ehemalige Lehrerin bis vor Kurzem 40 Jahre lang an einer weiterführenden Schule unterrichtet. Meinen Beamteneid leistete ich auf die Verfassung des Freistaates und damit auch auf die parteipolitische Neutralität in der schulischen Erziehung. Wie sieht es mit dieser Neutralität aus, wenn Schülerinnen und Schüler des IGG in der Q11 mit ihren Lehrkräften die Protestaktion zum Klimaschutz „als Keimzelle“ im Unterricht vorbereiten und „auf Unterstützung von der Landesebene der Grünen hoffen“, was sich darin zeigte, dass bei der Veranstaltung von mehreren 100 Schülerinnen und Schülern auf dem Max-Josefs-Platz die Landesvorsitzende der Grünen, Sigi Hagl, ihren Auftritt für parteipolitische Aussagen nutzte, gegen die große Koalition wetterte und befand: „Verkehrsminister Scheuer ist eine Katastrophe für das Klima“. Weiter ermunterte sie die Jugendlichen: „Seid laut, wenn man euch die Zukunft klaut“. Wenn eine Schülerin von der Bühne herabruft, dass „sie Angst hat, dass es die Welt in 20 Jahren nicht mehr gibt“, frage ich mich, wer hier den Kindern die „Zukunft klaut“ mit einer unverantwortlichen Panikmache.

Umweltschutz sollte nicht aus einseitig ideologisch geschürter Angst vor der Zukunft geschehen, sondern aus Einsicht und Verantwortung. Dabei haben Erwachsene und Lehrkräfte die Aufgabe, Kinder und Jugendliche zu lehren, gebunden an wissenschaftlichen Fakten. Und nicht Kinder vorzuführen oder sich von Kindern vorführen zu lassen nach dem Motto eines Achtjährigen: „Finger weg von meiner Zukunft“. Das wäre unverantwortlich und trüge zur weiteren Infantilisierung der Gesellschaft bei.

Jutta Heimrath

Rosenheim

Sylvia Perner scheint in ihrer Schulzeit anscheinend keine guten Chemie- und Biologielehrer gehabt zu haben, sonst könnte sie nicht die Aktionen der Schüler zur angeblichen Rettung des Klimas unterstützen. Meine Lehrer haben mir in meiner Schulzeit erklärt, dass Kohlenstoffdioxid Pflanzennahrung ist und kein Umweltgift. Das Klima macht primär unsere Sonne und durch die kosmische Strahlung wird die Wolkenbildung und damit die Abkühlung der Erde entscheidend mitreguliert. In Zeiten von hohen Kohlenstoffdioxid-Werten war es auf der Erde warm und der Pflanzenwuchs blühte. Unser Kohlenstoffdioxid-Wert heute ist immer noch viel geringer als zum Beispiel im Karbon-Zeitalter. Hohe Kohlenstoffdioxid-Werte könnten wir zum Beispiel zur Begrünung der Wüsten gut nutzen. So hat laut NASA die Bewaldung unserer Erde – dank der Aufforstungen in China und Indien – in den letzten 20 Jahren um fünf Millionen Quadratkilometer zugenommen. So wie im Karbon-Zeitalter die Erde nicht am Hitzetod starb, wird dies auch in der nächsten Zukunft nicht geschehen. Die Erde wird aber in einigen 100 Millionen Jahren sicher am Hitzetod sterben – dank des Lebenszyklus’ der Sonne. Unsere Schulen sollten die Schüler auf die wirklichen Herausforderungen der Zukunft vorbereiten, die Beseitigung der Armut und der Unterentwicklung in der Welt und sie wieder für große Aufgaben, wie die Erkundung unseres Sonnensystems, begeistern. Dann gäbe es auch wieder Optimismus und Begeisterung für die Zukunft bei der Jugend.

Gerald Strickner

Kolbermoor

Artikel 2 von 2