Zum Artikel „Der Süden ist uns um Längen voraus“ (Regionalteil):
Es klingt wie ein Loblied auf die Fortschrittlichkeit und den Arbeitseifer der Italiener, die den Ausbau der BBT-Zulaufstrecke so vorbildlich meistern. Der Artikel vermittelt den Eindruck, als wäre der Bau des Südzulaufs in vollem Gange, was jedoch der Realität widerspricht. Durch einseitige Berichterstattung und geschickte Platzierung von Bildern, die den Bau des Brennerbasistunnels zeigen – nicht des Südzulaufs! – wird versucht, die Bürger zu täuschen. Ja, die BBT-Zulaufstrecke von Franzensfeste bis Waidbruck ist laut der Südtiroler Landesverwaltung bald bereit zur Ausschreibung, muss zuvor aber noch vom interministeriellen Ausschuss für Wirtschaftsplanung CIPE genehmigt werden. Der Bau hat jedoch noch nicht begonnen! Zudem steht der Baubeginn der weiter südlichen Bauabschnitte meist noch in den Sternen und manche Trassenverläufe sind noch nicht einmal festgelegt. Mit den Worten „macht Sinn“, „werde wohl“ und „hofft er“ drückt der begeisterte BBT-Befürworter und Direktor der BBT-Beobachtungsstelle Martin Ausserdorfer wohl eher Wunschdenken aus als Faktenlage. Im weiteren Verlauf des Artikels spricht Herr Ausserdorfer von der „Vision Südtirol“. Hier preist er besonders den autofreien Urlaub in Luxushotels an. Das widerspricht ja wohl eindeutig dem Versprechen der DB, dass in erster Linie Güterverkehr auf die Schiene verlegt werden soll. Auch in Italien wurde das Projekt BBT-Südzulauf für den Personenschnellverkehr ausgewiesen.
Für wie dumm will eigentlich der Staat unsere Bürger verkaufen? Die Schnellbahntrasse mit 230 km/h ist wohl doch eher für den Personenverkehr vorgesehen und das vor allem – wie in diesem Artikel zu lesen – für anspruchsvolle Urlauber. Und die kommen dann bestimmt alle zusammen mit den Containern der Chinesen durch den Brenner-Basistunnel!
Andrea Baumüller
Rosenheim