Zum Artikel „Großeinsatz im Morgengrauen“ (Regionalteil):
Der Staat scheint sich schon sehr um die Sicherheit der Bewohner zweier Asylbewerberheime zu sorgen, dass er keine Kosten und Mühen scheut, sie in den frühen Morgenstunden von 180 Polizisten im Schlaf überraschen zu lassen. Und tatsächlich wurden zwei Personen gefunden, die am falschen Ort übernachtet haben. Haben sie etwas verbrochen, dass sie jetzt mit einer Anzeige rechnen müssen? Dankbar muss man dagegen den Heimatzeitungen sein, mit welcher Begeisterung sie dabei waren und den Vorgang beschrieben haben. Sonst würden wir Bürger wohl wieder einmal nichts von solchen menschenverachtenden und einschüchternden Aktionen erfahren. Aber die Bewohner haben laut Reporter in ihren Heimatländern „Schlimmeres“ erlebt als so eine „Begehung“ im Morgengrauen. Das Geld für solche Einsätze wäre weitaus besser investiert, wenn man es für die Integration der Geflüchteten verwendete, anstatt 195 Menschen über drei Jahre lang in Massenunterkünften zusammenleben zu lassen. Je länger eine derartige Kasernierung andauert, desto häufiger werden künftig „echte“ Polizeieinsätze notwendig werden.
Gertrud und Armin Stiegler
Rosenheim