Zum Artikel „Guter Nahverkehr noch fern“ (Regionalteil):
Wer wissen will, wo das Problem beim ÖPNV liegt, der muss einfach einmal einen Monat morgens nach München und abends wieder zurück pendeln. Nicht ein 365-Euro-Ticket ist das Problem, wie Igmar Töppel, der Geschäftsführer der Stadtwerke, glaubt. Die Probleme des ÖPNV im Großraum München sind die zerbröselnde und fehlende Infrastruktur sowie der Ausfall von Zügen und Transportkapazität beim Meridian und BOB, der seit Jahren von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft einfach hingenommen wird. Die U- und S-Bahnen in München kollabieren jeden Tag irgendwo, es werden händeringend Fahrer von den Verkehrsunternehmen gesucht. Im Berufsverkehr fahren auch nahezu keine Züge mit freien Sitzplätzen umher, es gibt vielmehr den täglichen Kampf um einen Stehplatz. Der ÖPNV im Großraum München steht vor dem Kollaps und braucht keine neuen „Noch-nicht-Nutzer“ mehr, sondern muss mit Investitionen erstmal weiter am Leben gehalten werden. Liebe „Dienstwagenfahrer“, macht erst eure Hausaufgaben und löst die existierenden Probleme. Bitte verschont uns ÖPNV-Pendler bis dahin aber mit fantasievollen und ebenso sinnlosen Aufrufen zur Nutzung des ÖPNV, dort ist schlicht keine Transportkapazität mehr vorhanden.
Bernhard Wagner
Tuntenhausen