Zum Artikel „Der Wolf – willkommen oder nicht?“ (Regionalteil):
Für die Wiedereinbürgerung des Wolfes in Deutschland können sich nur nostalgische Illusionisten einsetzen, die gedanklich noch im vergangenen Jahrhundert leben und nicht mitbekommen haben, dass es heute um ganz andere existenzielle Fragen geht! In unserer dicht besiedelten, intensiv genutzten deutschen Kulturlandschaft ist überhaupt kein Platz mehr für große Raubtiere, wie Wolf und Bär, die sich mit der landwirtschaftlichen Tierhaltung kaum vereinbaren lassen. In unseren Mittelgebirgen mag es noch einige für den Wolf geeignete Lebensräume geben, aber die kann man ja nicht alle wolfssicher einzäunen!
Weltweit ist der Wolf in keiner Weise vom Aussterben bedroht. Seine Wiederansiedlung ist ein Projekt von einseitig orientierten Naturschutzfachleuten, denen es gelungen ist, entsprechende Gesetze in Europa durchzusetzen, obwohl sie genau wussten, dass die Verhältnisse in den verschiedenen Ländern Europas sehr unterschiedlich sind. Es ist genau so, als ob man die Festlegung der Abgasgrenzwerte den Lobbyisten der Automobilindustrie überlassen hätte!
Wer glaubt, durch den Wolf würde unsere Natur wieder intakter, gibt sich einer Illusion hin. Was der Wolf bewirkt – die Verringerung der Schalenwildbestände – können unsere Jäger genauso. Heute geht es darum, Natur und Landschaft als Lebensraum des Menschen nachhaltig zu erhalten.
Das ist nur möglich durch eine naturverträgliche Land- und Forstwirtschaft mit Verringerung des Pestizideinsatzes und Waldumbau, durch eine Reduzierung der Viehbestände und des Fleischkonsums, durch Verminderung des Flächenverbrauchs und der Zersiedelung der Landschaft. Wenn es nicht gelingt, die exponentielle Zunahme der Bevölkerung weltweit zu stoppen, werden wir uns leider auch von vielen anderen Tierarten verabschieden müssen!
Lothar Schultz-Pernice
Rosenheim