Zum Artikel „Über 300 Jahre alte Tradition am Ende: Kloster Reisach wird aufgelöst“ (Regionalteil):
Wie Ordinariatsdirektorin Dr. Gabriele Rüttiger in der Pfarrversammlung in Oberaudorf erklärte, ist ein Rückkauf des in der Säkularisation enteigneten Klosters Reisach nicht möglich. Sie verwies vor allem auf die hohen Bau- und Erhaltungskosten, die für die bereits im Besitz der Diözese bestehenden Kirchen, Pfarrhäuser, Pfarrheime und Kirchenstiftungen schon jetzt erforderlich und auch in Zukunft zu stemmen seien.
Seit Jahrzehnten jedoch fährt das Ordinariat eine vollkommen falsche Strategie. Viel Geld geht in den Ausbau eines immer monströser werdenden Verwaltungsapparates und in Bildungszentren, die ihr Angebot mehr und mehr mit dem säkularen Programm von Volkshochschulen gleichschalten. Deshalb wäre es dringend geboten, in erster Linie den Ballast dieser Bildungswerke abzuwerfen (Entweltlichung) und sich wieder der eigentlichen Kernaufgabe der Kirche, nämlich der Verkündigung von Gottes Wort zu widmen. Dazu bedarf es aber besonderer Gebetsstätten mit eucharistischer Anbetung als wirksame Quelle zur Erneuerung des Glaubens. Erst dann kann es wieder Priester- und Ordensberufungen geben. Leider hat Kloster Reisach im Gegensatz zu den Klöstern Reutberg und Altomünster, welch Letzteres vom Erzbistum München und Freising mit fragwürdigen Mitteln an sich gebracht und zerschlagen wurde, keinen wertvollen Grundbesitz (Baugründe). Somit ist es für das Ordinariat uninteressant.
Maria Bothe
Großholzhausen