Zum Artikel „Tunnel wäre ein „Glücksfall‘“ (Regionalteil):
Ja, die möglichst komplette Untertunnelung des Inntals wäre ein Glücksfall – für Unternehmen wie das von Hugo Mathis, die diese überteuerte Lösung planen und bauen dürften. Für die Region wäre, wenn denn zusätzliche Gleise nötig sind, eher ein anderes Konzept ein Glücksfall: Kürzere Tunnel im Bereich von dichter Besiedlung oder/und Engstellen des Tals (Schloßberg, Kiefersfelden?), ansonsten weitestgehende Bündelung mit bestehenden Verkehrswegen sowie, in der Nähe von Siedlungen, Lärmschutz und geringfügige Tieferlegung. Der Monster-Tunnel wäre eher ein Unglücksfall: Für das Klima, da der Luftwiderstand im Tunnel den – im Schienenverkehr ansonsten geringen – Energieverbrauch nach oben treibt; für die Eisenbahner, für die der „Untertage-Arbeitsplatz“ unangenehm ist. Vor allem für den Bürger in seinem Bedürfnis nach Mobilität: Die Kosten müsste die Bahn an anderer Stelle einsparen – das bedeutet Angebotsverschlechterungen. Und: Lange Tunnel gefährden Menschenleben. Bei Unfällen ist die Rettung erschwert. Da die Tiroler entschieden haben, an die 55 Kilometer Brennerbasistunnel noch einmal viele unterirdische Kilometer im Unterinntal dranzuhängen, bleibt uns bayerischen Südtirol-Fans als wirklich attraktive Alternative zum eigenen Auto künftig wohl eh nur noch der Fernbus. Oder will jemand ernsthaft mit der U-Bahn bis Bozen fahren?
Bernhard Edlmann
Raubling