Vorbildliche Palliativstation

von Redaktion

Zum Bericht „Sorgenkind Palliativstation“ (Regionalteil):

„Es ist ein Ort der Ruhe und des Friedens für die letzte Zeit des Lebens“. So umschreibt das Hospiz Bernau sein Haus, und so habe ich die Palliativstation der Romed-Klinik erlebt, auf der mein Mann Ende Mai starb.

Aber was benötigt man, um schwerstkranke Menschen auf dem letzten Weg zu begleiten? Zeit und Personal. Zeit für die immense medizinische und pflegerische Versorgung. Zeit, um den Menschen letzte Momente des Wohlfühlens und des selbstbestimmten Handelns zu ermöglichen und Zeit, um die Familien in ihrer Trauer aufzufangen. Leider wird, wie in vielen sozialen Berufen, diese Zeit wegrationalisiert. Pflegekräfte werden aufgerieben und einfach willkürlich auf andere Stationen verteilt.

Die Frage bleibt dennoch: Wo sollen dann diese schwerstkranken Menschen sterben? Auch wenn man sich das wünschen würde, oftmals ist es medizinisch nicht möglich, auch nicht durch den SAPV, zuhause zu sterben. Ein großes Armutszeugnis, diesen „Ort der Ruhe und des Friedens“ zu schließen. Es geht halt immer um das schnöde Geld.

Andrea Schießl

Prutting

Ein sehr nahes Mitglied unserer Familie wurde auf dieser Station begleitet und durfte dort friedlich sterben. Das Palliativ-Team um Dr. Schnitzenbaumer leistet großartige Arbeit und hat schon vielen Patienten ein würdiges und ruhiges Loslassen ermöglicht. Gelebte Nächstenliebe und Menschlichkeit in Reinform.

Dass ausgerechnet diese Station (vorübergehend) geschlossen wurde, hat hoffentlich keine wirtschaftlichen Gründe. Das würde nicht zu unserer Heimatstadt Rosenheim, der Stadt mit Herz, passen.

Wie gut wir unsere christlichen Werte leben, zeigt der Umgang mit denen, die nicht mehr für sich selbst sprechen können. Der einzig akzeptable Grund für eine (vorübergehende) Schließung wären Modernisierungs- und Ausbaumaßnahmen.

Silvia Kräuter

Rosenheim

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