Fragwürdige Bewertungsmethode

von Redaktion

Zum Bericht „Trasse Limone gut für Tuntenhausen“ (Regionalteil):

Mit der Trasse Limone hat das Planungsteam nun das fehlende Stück von Ostermünchen bis Grafing vorgestellt. Im Gegensatz zum Südabschnitt, wo die Trasse Violett alternativlos war, weil alle westlichen Trassen aus geologischen Gründen ausschieden, gab es hier neben den Trassenvorschlägen der Bahn auch einen aus der Region, der weitgehend im Konsens erarbeitet war und der eine Bündelung der Neubau- mit der Bestandstrasse vorsieht (Türkis). Er wurde nicht berücksichtigt, weil er im Auswahlprozess schlechter bewertet wurde. Die Bewertungsmethode ist fragwürdig.

Beispielsweise ergibt sie beim Kriterium Mensch-Gesundheit und Wohlbefinden für Türkis eine wesentlich schlechtere Punktzahl als für Limone, insbesondere bei Lärm und Erschütterungen. Da fragt man sich schon, ob eine Neubaustrecke unmittelbar neben der Bestandsstrecke mit einem wirksamen Schutz dann der gemeinsamen Trasse nicht besser ist als zwei unterschiedlich weit auseinanderliegende Eisenbahnstrecken mit unterschiedlichem Schutzstandard. Verursacht denn die Bestandsstrecke nicht auch Lärm und Erschütterungen? Ähnliches gilt auch für andere Kriterien. Zweifelsohne ist die Bündelung technisch sehr anspruchsvoll, insbesondere weil der Betrieb auf der Bestandsstrecke nicht eingeschränkt werden darf. Aber dies betrifft nur die Bauphase und sollte bei einem Jahrhundertprojekt keine Rolle spielen. Deshalb sollten die betroffenen Kommunen von ihrer Forderung nicht abweichen und diese im politischen Entscheidungsprozess einbringen. Schließlich möchte man die Trasse im Einvernehmen finden. Türkis erfüllt die verkehrstechnischen Bedingungen.

Manfred Kreibig

Pocking

Artikel 2 von 4