Zum Artikel „CSU-Rentenplan: Generationen-Fonds für jeden Bürger“ (Politikteil):
Von den Wirtschaftsweisen wird eine Rentenreform gefordert. Es sind aber immer nur die gleichen Forderungen, die laut werden, wie eine weitere Erhöhung der Lebensarbeitszeit, die Erhöhung der Beiträge und die Abflachung der jährlichen Rentenerhöhung. Auch Alexander Dobrindt wirbt für die Rente mit 67 – und ist gegen die Rente mit 63. Diese hatte die CSU damals mitgetragen. Heißt das, dass Dobrindt ein kurzes Gedächtnis hat – oder sagt er uns wissentlich nicht die Wahrheit?
Jetzt möchte er einen Generationen-Fonds, eine langfristig aufgebaute kapitalgedeckte Rente. Für jeden Bürger soll der Staat bis zum 18. Lebensjahr monatlich 100 Euro einzahlen. Das macht nach 18 Jahren einen Kapitalstock von 21600 Euro. Die FDP lässt grüßen.
Mein Vorschlag wäre, dass auch Politiker, Wirtschaftsweise, Beamte, Freiberufler und Industrie-Manager in die Rentenversicherung einzahlen. Wenn ich von der Abgeordneten-Diät (10323 Euro) ausgehe und nur den Arbeitgeberbeitrag von 9,3 Prozent nehme, sind das 960 Euro pro Monat. In 18 Jahren sind das 207468 Euro. Das wäre doch Solidarität mit denjenigen, die die Abgeordnetendiäten bezahlen.
Die Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, sagt, der Bund stütze die Deutsche Rentenversicherung mit jährlich 110 Milliarden Euro, verschweigt aber, dass die versicherungsfremden Leistungen deutlich höher sind. In Summe schuldet der Bund der Deutschen Rentenversicherung und damit den Versicherten seit 1957 947,6 Milliarden Euro.
Eine große Rentenreform sollte solidarisch sein und alle Einkommen miteinbeziehen. Dann war in der Zeitung zu lesen, dass Bahnchef Richard Lutz eine zehnprozentige Gehaltserhöhung auf dann 990000 Euro jährlich erhält. Das passt gut zur „Rentenreform“.
Holger Mairoll
Kolbermoor