Verkehrsminister auf dem falschen Gleis

von Redaktion

Zum Bericht „Dass der Brenner-Nordzulauf gebaut wird, darüber müssen wir nicht diskutieren“ (Regionalteil):

Verkehrsminister Christian Bernreiter fordert wie seine Kollegen Dobrindt, Scheuer und Ludwig bei seinem Besuch in Stephanskirchen ein weiteres sinnloses Bahn-Großprojekt, den Brenner-Nordzulauf. Am gleichen Tag gibt der Bundesrechnungshof einen Bericht zur Lage der Bahn heraus, in dem er die DB AG zu einem „Sanierungsfall, der das System Eisenbahn gefährdet“, erklärt. Verantwortlich sind die CSU-Verkehrspolitiker Ramsauer, Dobrindt und Scheuer und ihre Agenda für die Bahn. Großprojekte wie Stuttgart 21 und ihre ausufernden Kosten sind maßgeblich für das Minus von täglich fünf Millionen Euro der Deutschen Bahn und den Schuldenberg von über 30 Milliarden Euro verantwortlich. „Die DB entwickelt sich zu einem Fass ohne Boden“, stellt der Bundesrechnungshof fest. Dieser Misserfolgsgeschichte möchte Herr Bernreiter nun auch noch den Brenner-Nordzulauf hinzufügen. Jetzt umzudenken und Entscheidungen endlich nach Faktenlage zu treffen, wäre wirklich angesagt. Dann allerdings muss der Bestand ausgebaut werden, der für einen funktionierenden Nordzulauf völlig ausreichend ist. Dann darf die Politik für Güterverkehr keine Hochleistungsstrecke für 230 km/h bauen. Dann darf die Politik nicht mehr über eine Neubaustrecke für acht Milliarden plus x reden, sondern muss für zwei Milliarden den Bestand ertüchtigen. Dann würde die Politik verstehen, dass die Bahn die Neubaustrecke niemals kostendeckend betreiben kann und die finanzielle Misere der Bahn dadurch noch größer wird. Bei Entscheidungen nach Faktenlage würde die Politik endlich Geld für die Bahn wirkungsvoll einsetzen und keine gigantischen Großprojekte mehr bauen. Dann müssten wir vielleicht auch nicht bis 2070 auf den Deutschlandtakt warten, um endlich eine pünktliche Bahn zu bekommen.

Erika Riedrich

Stephanskirchen

Die Aussage des bayerischen Verkehrsministers Christian Bernreiter, „dass der Brenner-Nordzulauf gebaut wird, darüber müssen wir nicht diskutieren“, überrascht mich schon, desgleichen die Aussage „Der Bedarf sei sicher leicht nachzuweisen, denn schon heute gebe es keinerlei Möglichkeit, mehr Güter auf die Schiene zu verlagern.“ Woher übernimmt Herr Bernreiter diese Aussage?

Ich bin ein direkter Anlieger der heute bestehenden Strecke und kann diese Aussage in keiner Weise bestätigen! Ich lade Herrn Bernreiter ein, sich bei uns im Obergeschoss mit direktem Blick auf die Trasse für eine Woche einzumieten. Er kann dann 24 Stunden pro Tag an sieben Tagen in der Woche den Zugverkehr beobachten und eine Strichliste führen.

Wenn er danach immer noch behauptet, „schon heute gebe es keinerlei Möglichkeit, mehr Güter auf die Schiene zu verlagern…“, fresse ich öffentlichkeitswirksam einen Besen.

Hans Winhart

Ostermünchen

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