Zur Berichterstattung über den Beischlaf in der Marienberger Kirche (Regionalteil):
Nach der Heimsuchung unserer schönen Marienberger Kirche Mariä Heimsuchung durch eine exhibitionistische Aufführung eines dummdreisten Paares sowie anschließend einer Horde wildgewordener Journalisten, macht sich ja ganz Deutschland große Sorgen um die religiösen Befindlichkeiten von uns Marienberger Christenmenschen. Ganz Deutschland? Die Marienberger anscheinend nicht. Wir haben erst aus der Zeitung erfahren, wie wir uns in unseren religiösen Gefühlen seit einem Jahr beeinträchtigt fühlen sollten. Die Tat selber war ja wohl weniger ein Liebesakt, als vielmehr die Verrichtung einer geschlechtlichen Notdurft. Wie auch immer. Die Ursache für die Aufregung ist wohl nicht der Akt selber, sondern vielmehr die nachfolgende „notgeile“ Berichterstattung in den Medien. Allen voran auch die suggestive und unnötige Fragerei unseres Volksblattes nach einer erforderlichen Altarweihe. Mit einer solchen Zeremonie, vielleicht noch medial groß angekündigt, können wir leider nicht dienen. Wir hatten ja ein Jahr lang Zeit, alle Sündhaftigkeit in aller Stille wegzubeten und mit Weihrauch zu verdampfen. Und: Am vergangenen Sonntag haben wir sogar die Geburt eines Kindleins gefeiert. Es liegt nackt, bloß in Windeln gewickelt, in einer Krippe am Altar. Dem Kindlein geht es gut, den Marienbergern auch. Danke für das Mitgefühl. Es war nicht nötig.
Hans Neumayer
Schechen