Zum Bericht „Schön Klinik meldet sich zum Helikopter-Streit“ (Regionalteil):
Die Stellungnahme der Leitung der Schön Klinik ist an Überheblichkeit, Zynismus und Missachtung gegenüber ihren Mitarbeitern und auch gegenüber der Mitarbeitervertretung nicht zu überbieten.
Erst wird der Betriebsrat bei der Entscheidungsfindung nicht beteiligt, mindestens jedoch nicht ernst genommen. Dann wird so getan, als ob sich die Klinikleitung rein formalrechtlich korrekt verhalten hätte, nur weil das Arbeitsgericht eine Unterlassungsklage des Betriebsrats für nicht gerechtfertigt angesehen hat. Im Folgenden führt die Vogtareuther Führungsriege aus, dass die „Bedenken des Betriebsrats von Anfang an haltlos waren“, insbesondere weil angeblich zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung für Patienten und Personal bestanden hat.
Hier nimmt die Klinikleitung meiner Meinung nach billigend in Kauf, dass im Notfall keine schnelle, adäquate und qualifizierte Versorgung ihrer Schutzbefohlenen erfolgen kann. Eine Pflegekraft ist für die Versorgung von Kranken ausgebildet und nicht zur Ableistung einer Hausmeistertätigkeit, zu welcher selbige den Arbeitsplatz verlassen muss. Die Abwesenheit am Arbeitsplatz führt unmittelbar zur Patientengefährdung, unabhängig von der Häufigkeit und der Dauer der Abwesenheit. Jedes Ereignis ist eines zu viel.
Es liegt in der Hand des Klinikmanagements, dieses unwürdige Schauspiel mit seinen Mitarbeitern und ihrer Interessenvertretung zu beenden. Dafür muss man nicht weiter „ergebnisoffen“ diskutieren und weiteres Porzellan zerschlagen.
Ich frage mich ernsthaft, wie die Schönkliniken bei dem bisher gezeigten Verhalten in der Kategorie „Gesundheit und Soziales“ mit dem Prädikat als „Deutschlands beste Arbeitgeber 2022“ ausgezeichnet wurde.
Werner Fenzl
Wasserburg