Brenner-Neubauprojekt ist unnötig

von Redaktion

Zum Bericht „Endlich sagen, was Sache ist“ (Regionalteil):

Es ist richtig und wichtig, dass sich die Bundestagsabgeordnete Ludwig und die Bürgermeister von Flintsbach und Oberaudorf Gedanken darüber machen, wie die Menschen im Inntal vor den enormen Problemen beim geplanten Brenner-Nordzulauf geschützt werden können. Leider gehen die Überlegungen aber in die falsche Richtung. Nicht mehr Tunnel sind die Lösung, sondern weniger. Keine Verknüpfungsstelle im Inntal ist besser als eine im Tal oder im Berg. Keine Inn-Querung ist besser als zwei Tunnel unter dem Inn. Eine Bestandsstrecke mit Lärmschutz nach Neubaustandards ist besser als eine mit dem heutigen minimalen Schutz. Die von der Bahn im Auftrag des Bundes geplante Hochgeschwindigkeits-Neubaustrecke ist und bleibt auch bei lokalen Verbesserungen („Kernforderungen“) ein unnötiges Milliarden-Steuergrab mit nie wiedergutzumachenden Umweltschäden. Dass es schneller, billiger und nachhaltiger geht, haben die vereinten Bürgerinitiativen mit ihrem Alternativkonzept nachgewiesen. Für die auch nach den Prognosen der Bahn erwarteten weniger als 400 Züge/Tag braucht man keine Neubaustrecke für Tempo 230 km/h, die um den wichtigen Bahnhof Rosenheim herumführt. Es genügt ein maßvoller Ausbau der Bestandsstrecke, kombiniert mit der Entlastung durch die schon im Bau befindliche Güterverkehrsstrecke München – Mühldorf – Salzburg (ABS38). Übrigens: Auch der Brennerbasistunnel hat nur zwei Gleise.

Dr. Roland Feindor

Rosenheim

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