Zum Bericht „Minister Bernreiter warnt vor Verkehrsinfarkt“ (Regionalteil):
Tatsache ist, die Autobahndirektion Südbayern plant seit über 30 Jahren die Sanierung und den Anbau eines Standstreifens an die A8 („vier plus zwei“) und auch umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen von Rosenheim bis zur Landesgrenze. Inzwischen wird ein gigantischer Neubau „sechs plus zwei“ favorisiert – trotz leerer Kassen und einem enormen Landschaftsverbrauch, einschließlich der Versiegelung und damit verbundenen Entwässerungsanlagen. Die letzte Kostenschätzung lag bei 1,8 Milliarden Euro und eine aktuelle Schätzung liegt bei 3,7 Milliarden Euro! Vor etwa fünf Jahren versuchte man mittels Contracting-Verfahren dieses Objekt zu bauen. Die europaweite Ausschreibung war erfolglos, da kein Bieter ein Angebot abgab. Als Frasdorfer Bürger sehe ich den Bauabschnitt Rosenheim bis Bernauer Berg als sehr problematisch in unserer Gemeinde. In Richtung Salzburg – ohne den Weiterbau bis Bernau Felden – sind der Bernauer Berg und die halb fertige Eisenbahnbrücke (beschränkt auf Tempo 80) ein ständiger Unfallschwerpunkt und damit wird Frasdorf zur Rückstauzone. In Richtung München sehe ich keinen Sinn für den „sechs plus zwei“-Ausbau hier in Frasdorf; da setzt man verkehrte Prioritäten. Damit ergibt sich für mich nur eine Variante: Die „vier plus zwei“ von Rosenheim bis Landesgrenze für beide Fahrtrichtungen – und das wäre in kürzester Zeit anzugehen. Zum Vorwurf des Ministers Bernreiter, die derzeitige Regierung sollte die Hausaufgaben machen: Es ist seltsam, waren die drei letzten Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer, Alexander Dobrindt und Andreas Scheuer doch alle von der CSU! Das Motto dieser drei Spezialisten: Geld spielt keine Rolle, Umweltfaktoren und Landschaftsbild sind keine Größen. Wo war deren Bauzeitplan? Ich hoffe, dass die Vernunft über Größenwahn und Landschaftszerstörung siegt. Die letzte Chance sehe ich in der Klage des Bund Naturschutz und dass die Leipziger Richter ihre Entscheidung vom gesunden Menschenverstand geprägt leiten lassen.
Josef Stein
Frasdorf