Inklusion beginntbei jedem Einzelnen

von Redaktion

Zum Leserbrief „Ein Scheinkonzept für ein kleines Taschengeld“ (Leserbriefseiten):

Ihren Leserbrief, Frau Holzer, kann ich nicht unbeantwortet lassen. Ich bin es leid, die Werkstätten für Menschen mit Behinderung wieder verteidigen zu müssen. Man kann immer pauschal kritisieren, aber eigentlich sollte jeder vorher genau hinsehen und sich informieren. Wenn Sie den „Hungerlohn“ ansprechen, dann muss ich Ihnen antworten, dass alle Betroffenen Leistungen vom Staat und, wenn nötig, Grundsicherung erhalten. Keiner muss vom „Hungerlohn“ leben. Die Integration in den ersten Arbeitsmarkt stellen Sie sich so einfach vor. Ein Team von Mitarbeitern setzt sich täglich dafür ein, spricht die möglichen Arbeitgeber an und versucht, deren Interesse und Bereitschaft zu wecken. Nicht die Werkstätten verwehren den Zugang!

Sie kritisieren die nicht gewährleistete Inklusion. Immer sollen alle anderen danach handeln. Aber jeder Einzelne von uns kann zur Inklusion beitragen. Jeder von uns kann sich persönlich engagieren, auch sehr erwünscht im Ehrenamt bei jeder sozialen Einrichtung. Inklusion muss von uns allen kommen, zu Hause, im öffentlichen Leben und von jedem Einzelnen von uns. Auch in den Werkstätten sind die betreuten Menschen nicht nur unter sich. Viele junge Leute, die ihr Ausbildungsjahr oder ihr soziales Jahr machen, die vielen Betreuer für die Arbeit und die sozialen und pflegerischen Hilfen bilden eine bunte Mischung. Wir brauchen, wie Sie schreiben, eine Werteerhaltung, inklusive Strukturen und Systeme. Ja, natürlich, aber noch einmal: Wir alle sollten dazu persönlich beitragen und nicht nur warten, dass es andere tun. Dann geht es den Betroffenen und auch uns besser.

Annelies Hirner

Bad Aibling

Artikel 4 von 6