Wanderfreunde Waldkraiburg

Verein steht vor dem Aus

von Redaktion

Seit Mitte der 1970er-Jahre führt Werner Bruckner die Wanderfreunde Waldkraiburg, jetzt auch auf dem letzten Weg. Der eingetragene Verein steht vor der Auflösung. Der internationale Wandertag im Frühjahr dieses Jahr war die letzte Veranstaltung dieser Art in Waldkraiburg.

Waldkraiburg – Aus dem Verband DVV sei der Waldkraiburger Verein bereits ausgetreten, sagt Werner Bruckner. „Damit uns keine Kosten mehr entstehen.“ Und an Silvester 2017 in Tacherting „wird der Verein den letzten Wandertag besuchen. Dann muss jeder, der noch mitwandern will, privat hinfahren.“ Die Weichen sind gestellt für die Auflösung des eingetragenen Vereins, die in der Mitgliederversammlung im Januar 2018 offiziell besiegelt werden soll.

„Es is schod drum.“

Werner Bruckner, Vorsitzender

„Es is schod drum“, sagt der 71-jährige Werner Bruckner. Doch aufhalten kann auch er die Entwicklung nicht. 120, 130 Mitglieder hatte der 1973 gegründete Wanderverein in seinen besten Zeiten. Und zu den großen Wandertagen rund um Waldkraiburg (seit 1974) kamen laut Bruckner bis zu 4000 Teilnehmer.

„Gute Tausend waren es auch heuer noch“ – beim 44. Wandertag, den die Wanderfreunde ausrichteten, neben einigen Marathonwandertagen und sogar einem Winterwandertag auf Skiern, der 1982 wegen Schneemangels nicht in Waldkraiburg, sondern in Sachrang stattfand. Doch die Mitgliederzahl schwindet auf jetzt 65. Vorstände und aktive Helfer werden immer älter. Und Nachfolger sind nicht in Sicht. Gleichzeitig wird der Aufwand bei den Wandertagen immer größer. Bruckner beklagt die vielen Auflagen durch Landratsamt, Stadt und Polizei.

Der Verein müsse Verkehrstaferl und Zusatzschilder aufstellen, wo auch immer eine öffentliche Straße überquert wird, und Leute aufbieten, die die Wanderer an diesen Stellen überwachen. „Das ist für einen Verein wie den unseren nicht mehr machbar. Es macht keinen Spaß mehr.“ Bruckner: „Wir müssen einen Schlussstrich ziehen.“

„Früher hatte jedes Dorf mit einer Kirche und einem Wirtshaus auch einen Wanderverein“, erinnert sich der Vorsitzende. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Das Ende der Wandertage und die Auflösung der Wanderfreunde sei keine Ausnahme, sondern ein Trend. „Es hören immer mehr Vereine auf“, zuletzt in Schechen oder im niederbayerischen Haselbach. Folglich werden die Wege zu den Wandertagen immer weiter. Dabei „wollen die Leute gerne wandern, aber in der Nähe, nicht mehr so weit weg“, so Bruckner, der damit rechnet, dass künftig nur noch ein „harter Kern“ unterwegs sein wird.

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