Jahreshauptversammlung Förderverein

Klare Kante für das Waldbad

von Redaktion

Während sich der Förderverein Waldbad sowie Vertreter von CSU und SPD auf der Jahreshauptversammlung klar für den Erhalt des Waldbads aussprachen, legte Bürgermeister Robert Pötzsch auch die Alternative auf den Tisch und sprach sich für die am Ende besser finanzierbare Lösung aus.

Waldkraiburg – Obwohl der Förderverein finanziell gut dasteht und das Waldbad damit in einigen Punkten wirksam unterstützen möchte – für Sanierung oder Neubau sind ganz andere Summen notwendig. „Ich habe auch keinen Geldkoffer auf dem Schreibtisch stehen – ich weiß nicht, wie wir es hinbekommen sollen“, bekannte Pötzsch. Klar sei aber, dass Waldkraiburg ein Waldbad brauche.

Über 120 Mitglieder und mehr als 14000 Euro in der Kasse

Dass der Förderverein seit der Gründung im Juli 2016 schon einiges im Waldbad auf die Beine gestellt hat, darauf ist Vorsitzender Jürgen Zabelt stolz. Unter anderem nannte er die „Aqua Gaudi“ im August. Die Mitgliederanzahl wuchs von 42 auf aktuell 126. Die Zusammenarbeit mit der Stadt, den Stadtwerken und deren Aufsichtsrat sei immer offen und ehrlich gewesen. Der Förderverein wolle versuchen, für dasWaldbad Rettungsschwimmer ausbilden zu lassen, ein Fest zur jährlichen Eröffnung des Waldbads und die Aqua Gaudi während der Ferienzeit auf die Beine zu stellen und weiterhin Spenden zu generieren, zum Beispiel ganz aktuell durch das Sparkassen-Voting.

Schatzmeister Manuel Harth berichtete von einem aktuellen Kassenstand in Höhe von 14604 Euro. Die Ausgaben seit der Gründung beliefen sich auf insgesamt 4308 Euro.

In der Diskussion stellte Bürgermeister Pötzsch dar, dass man versucht habe, durch Maßnahmen während des Winters das Auftreten der Bakterien wie in 2016, als das Bad für längere Zeit geschlossen werden musste, zu verhindern. Dies sei bis auf eine Woche auch geschafft worden. Da man aber immer noch nicht wisse, woher die Bakterien gekommen seien, könne nur eine große Sanierung endgültig Abhilfe schaffen. Die koste acht Millionen Euro, dazu komme das laufende Defizit von 800000 Euro im Jahr, das die Stadtwerke aufgrund einer angespannteren Gewinnsituation nicht mehr wie früher auffangen könnten. Dies müsse dauerhaft auf 400000 Euro reduziert werden.

„Die Alternative wäre der Neubau an anderer Stelle. Dann hätten wir auch nicht mehr die Probleme mit der angrenzenden Wohnbebauung, der Parkplatzsituation und wir könnten das alte Grundstück veräußern. Wir haben das ausrechnen lassen, Aschau wäre auch mit im Boot“, strich der Bürgermeister die Vorteile des Neubaus heraus.

Martina Arnusch-Haselwarter, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins wollte wissen, wie sich das Defizit denn zusammensetze. Wie auch einige andere Redner mahnte sie eine bessere Informationspolitik an. Sie wollten wissen, was man bei einem Neubau denn bekomme, da er doch auch acht Millionen kosten solle. Der Bürgermeister lehnte es zwar ab, Zahlen an die Öffentlichkeit zu geben, bevor nicht der Stadtrat Bescheid wisse, stellte dann aber grob dar, was der Neubau enthalte:

Neubau des Bades 5,8 Millionen Euro

Grundstück von 22000 Quadratmeter 1,3 Millionen Euro

Parkplätze 750000 Euro

Querung Staatsstraße am neuen Standort 500000 Euro

Abbruchs des bestehenden Waldbads 380000 Euro

Erlös aus dem Verkauf des alten Grundstücks: 2,6 Millionen Euro

„Es entsteht damit eine Finanzierungslücke von 6,1 Millionen Euro, aber da hätten wir einen Partner im Boot. Wir bekommen dafür ein 50-Meter-Becken mit acht Bahnen, ein Nichtschwimmerbecken, ein Babybecken, eine Rutsche und ein Sprungbecken mit einem 5-Meter-Turm sowie Parkplätze, Umkleiden und einen Kiosk. Das ganze wird natürlich geothermal beheizt“, führte Pötzsch weiter aus.

„Wir brauchen ein Waldbad in Waldkrai- burg. Aber ich hänge nicht am Standort.“

Bürgermeister Robert Pötzsch

Nach seiner persönlichen Meinung gefragt, sagte Pötzsch: „Ich versuche alle Kosten auf den Tisch zu bringen, mit Alternativen, danach treffen wir die Entscheidung. Ich sage auch: Wir brauchen ein Waldbad in Waldkraiburg. Aber ich hänge nicht an dem Standort, wenn es mit Partner woanders funktioniert.“

Stadträtin Charlotte Konrad von der CSU sprach sich für die Sanierung des Waldbads aus, da es zunächst ja keinen finanziellen Unterschied zwischen den Alternativen gebe und man bei einem Neubau nicht wisse, ob die Summe dann tatsächlich genug sei. Auch Zweiter Bürgermeister (SPD) ist klar für den Erhalt, da das Waldbad eine wichtige soziale Funktion erfülle. Finanziell nicht so gut gestellte Familien könnten dort dennoch tolle Ferien verbringen. Er plädierte auch für mehr politischen Druck, um Fördertöpfe wieder zu aktivieren, die Freibäder unterstützen.

Die zahlreichen weiteren Vorschläge reichten von einer Waldbad-Anleihe mit 15 Jahren Laufzeit über die ganzjährige Öffnung, der Aufteilung der Sanierung auf mehrere Jahre, die anders überhaupt nicht machbar wäre, einer anderen Nutzung der Liegewiese bis hin zu Schlechtwetterschließungen, um Kosten zu sparen. Der Bürgermeister konstatierte am Ende: „Wir müssen erst alle Zahlen und Fakten auf dem Tisch haben. Wir wollen ein Waldbad. Aber wir sind finanziell noch lange nicht da, wo wir durchatmen können.“

Die Neuwahlen

Die Neuwahlen ergaben einige kleine Änderungen: Jürgen Zabelt blieb Erster Vorsitzender, Martina Arnusch-Haselwarter seine Stellvertreterin, Manuel Harth ist wie bisher Schatzmeister. Als Schriftführerin wurde Maria Göttsberger neu gewählt, nachdem Ursula Fischer nicht mehr zur Verfügung stand. Als Beisitzer wurden Christl Wajand, Erich Glatt, Hans Glatt, Manfred Schönbucher und Richard Fischer gewählt. Revisorin ist wieder Yvonne Helzel.hos

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