Waldkraiburger Wochenschau

Schaulaufen

von Redaktion

Eins war sicher vor diesem 11.11. um 11.11 Uhr: So ein Überraschungscoup wie im Vorjahr, als sich der stadtbekannte städtische Ordnungsamtsleiter Norbert Meindl mit seiner Frau Isabella als neues Prinzenpaar vorstellte, würde der Faschingsgesellschaft Waldburgia bestimmt nie wieder gelingen. Seit dem 11.11. um 11.11 Uhr steht fest: Die Waldkraiburger Narren haben es heuer schon wieder geschafft…

Die stadtbekannte Prinzessin Stephanie II. Pollmann, die mehr Ehrenämter hat als andere Briefmarken (städtische Behindertenbeauftragte, JU-Orts- und Kreisvorsitzende, ehemalige Jupa-Vorsitzende, Mitglied im DLRG-Kreisvorstand undundund), und ihr Prinzgemahl Tim sind die neuen Regenten in der fünften Jahreszeit. Selbst gewöhnlich bestens unterrichteten Kreise, bis hinein in die Vorstandschaft der Faschingsgesellschaft, hatten bis zum Morgen der Proklamation – keinen blassen Schimmer.

Präsident Charly Salinger hat als Buddha des Waldkraiburger Faschings sein Meisterstück gemacht. Dicht gehalten wie der Geheimagent seiner närrischen Majestät gewissermaßen. Und das Prinzenpaar selbst hat alle Register der Geheimhaltung gezogen und soll sich im „Freiraum 36“ in Garderoben und Schränken versteckt haben, um nur ja nicht beim heimlichen Tanztraining erwischt zu werden. Die einzige Frage, die sich Außenstehenden noch stellt: Wann, und vor allem wie haben sich die Geheimhaltungsweltmeister eigentlich gegenseitig eingeweiht?

Keine Frage, der Waldkraiburger Fasching hat Zukunft. Auch deshalb weil‘s mittlerweile richtig wurlt, wenn die kleinen und jungen Garden auftreten. Die kontinuierliche Aufbauarbeit des Tanzsportclubs Weiß-Blau 70 durch Regina Zinn und ihre Mitstreiterinnen trägt Früchte. Über 60 Aktive gehen diesmal schon in den Kindergarden an den Start, bei den Mini Mäusen, Crazy Moves, Fire Moves, Little Diamonds. „Kleine Diamanten“ – bald werden einige sicher auch im großen Waldkraiburger Fasching glänzen.

Nicht nur die Garde-, auch die Eistänzerinnen und -tänzer haben neulich eine dolle Show aufs Eis der Raiffeisen-Arena gezaubert. Rudolph, das rotnasige Rentier, Frosty der Schneemann und die ganze Weihnachtsbäckerei tummelten sich zur Freude der vielen Zuschauer auf der Eisfläche.

Schaulaufen, das gibt es auch in der Politik, nicht erst seit die AfD auf den Plan getreten ist. Doch auch die sogenannte „Bürgerversammlung“, die der Kreisverband dieser Partei einberufen hat, um mal ordentlich Luft abzulassen gegen die Erstaufnahme-Einrichtung in Waldkraiburg und Asylsuchende im Speziellen, ist in erster Linie eine Polit-Inszenierung. Es geht darum, Kommunalpolitiker und Behördenvertreter abzuwatschen. Würde es um ergebnisoffene Gespräche gehen, darum, offene Fragen und Probleme zu klären, Konflikte abzubauen, ein besseres Miteinander zu suchen, dann hätte man einen anderen Weg gewählt. Zum Beispiel versucht, vorab den Termin abzusprechen, und nicht Behördenvertreter zur Versammlung zitiert.

Bürger, die schlechte Erfahrungen mit Asylbewerbern machen oder gar Straftaten melden wollen, haben in Waldkraiburg die Polizei als Ansprechpartner, auch die Stadt, sie können an die Öffentlichkeit gehen, sich gerne an unsere Zeitung wenden. Eine AfD-Veranstaltung braucht es nicht, um Probleme anzusprechen. Hans Grundner

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