Aus der Bürgerversammlung

Wegen Auslastung: Waldwinkel auch für Senioren?

von Redaktion

Für das Berufsbildungswerk Waldwinkel, das inzwischen nicht mehr ganz so ausgelastet sei, schlug Gertraud Reiser bei der Bürgerversammlung vor, die Leerstände für betreutes Wohnen für ältere Bürger zu nutzen.

Aschau – Reiser bat die Gemeinde, diese Möglichkeit auszuloten. „Das ist so eine wunderbare Anlage, es wäre schade, wenn sie zumachen würde“, so Reiser. Bürgermeister Alois Salzeder erklärte, das Berufsbildungswerk sei in der Zwickmühle, das Arbeitsamt schicke nicht mehr so viele junge Leute mit Beeinträchtigungen. Schwer Beeinträchtigte werden zudem an Behindertenwerkstätten vermittelt.

Zum Thema „betreutes Wohnen in Aschau“ erklärte er, es habe diverse Konzepte gegeben, etwa in Form eines Neubaus. Diese seien auch im Gemeinderat thematisiert worden, waren aber nicht umsetzbar. Es gebe rund 180 alte Leute, die alleine in ihren Häusern leben und da nicht raus wollen.

Reiser konkretisierte. Sie spreche nicht von einem Neubau und schlug vor, bestehende Räumlichkeiten in Waldwinkel zu nutzen, bevor diese leer stehen. Sie erinnerte daran, dass sich die Stiftung Attl für einige Jahre hier eingemietet hatte.

Pater Bernhard Stiegler, Salesianer in Waldwinkel, erklärte, es fehle nicht an der Gesprächsbereitschaft, sondern eher an Ideen. „Ja, das Berufsbildungswerk ist gefährdet“, räumte er ein. Seit der Nachkriegszeit habe man sich immer wieder neu erfinden müssen, etwa mit Konzepten für die Reha gefährdeter Jugendlicher, im Bereich der Inklusion oder zuletzt durch die Aufnahme der umF (unbegleitete minderjährige Flüchtlinge).

Bei der Inklusion gebe es in der Politik leider oft nur Sonntagsreden, denn in Wirklichkeit werde in dem Bereich sehr eingespart. „Wir haben schwierige Fälle, teileweise jugendliche Alkoholiker, die wir für die Arbeitswelt fit machen sollen. Ausgelegt sind wir auf 300 Jugendliche, wenn es irgendwann mal nur noch 100 sind, läuft es nicht rund“, so Stiegler weiter.

Eine Art Mehrgenerationenhaus wäre theoretisch möglich durch einfach Umbauten. „Aber die Salesianer betreiben eine Jugendeinrichtung. Die jungen Leute sind mal lauter, pfeifen, hören Musik auf den Gängen. Ob sich das mit den Senioren verträgt?“, dachte der Pater laut nach. Doch in seinen Augen würde es sich lohnen, in diese Richtung weiterzudenken.

Peter Konietzko, kommissarischer Gesamtleiter der Einrichtung, nimmt auf Nachfrage der Heimatzeitung Stellung zur Situation der Einrichtung.

„Wir mussten uns immer wieder neu erfinden und uns dem Bedarf in der Jugendhilfe anpassen und sind auf einem guten Weg“, zerstreute er das Gerücht, der Einrichtung drohe Ungemach (siehe Bericht über die Einrichtung oben).kla

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