Aus der Bürgerversammlung

Welche Vision hat die Gemeinde?

von Redaktion

Die Aschauer nutzten die Bürgerversammlung, um Fragen zu stellen oder ihre Anliegen vorzutragen. Am meisten beschäftigte sie die Zukunft des ehemaligen Gasthauses Pichlmeier (wir berichteten). Aber natürlich auch die Entwicklung des Ortes generell.

AschauGerda Vollmayer äußerte Kritik zur Neugestaltung des Rathausvorplatzes. „Das mit den Betonmauern hätte es nicht gebraucht. Die Gehwegplatten meinetwegen. Aber dass die Kinder auf der Fläche mit den Bohlen Trampolin springen sollen – was soll denn das? Der Brunnen ist gar nicht mehr zu sehen. Das Geld hätte man sich sparen können.“ Bürgermeister Alois Salzeder: „Man muss es erstmal fertig werden lassen und warten, bis es grün wird im Mai. Die Planungen wurden mehrfach im Gemeinderat abgelehnt und nachjustiert. Die Geschmäcker sind verschieden. Die Kinder können sich auf diesen Bohlen bewegen, weil sie nachgeben.“

Franz Wicho wollte wissen, was mit der leer stehenden Arztpraxis neben dem ehemaligen Don-Bosco-Markt passiert. „Wir sind auf der Suche nach jemandem, der den KV-Platz von Dr. Hahn übernimmt. Das ist sehr schwierig, wir sind aber dahinter. Eventuell ist Dr. Michaela Thalmeier an einer Gemeinschaftspraxis interessiert. Nächste Woche haben wir ein Gespräch mit der KV (kassenärztliche Vereinigung)“, so Salzeder.

Norbert Vollmayer bezog sich auf des Bürgermeisters Ausführungen zum Thema „Flächenfraß“ und kritisierte, dieser habe das Problem runter geredet, denn auch die Gemeinde müsse sorgsam mit ihren Flächen umgehen. Er fragte, welche Pläne es für Aschau-Werk in Zukunft gebe.

Einen Flächennutzungsplan für das Gewerbegebiet lehnt Bürgermeister Alois Salzeder ab. An dieser Stelle soll Stück für Stück und flexibel geplant werden . In den vergangenen zwei Jahren, so Salzeder, habe die Gemeinde über vier Hektar Wald wieder aufgeforstet.

Eine Gemeinde müsse sich entwickeln können, auch beim Gewerbe und für die Arbeitsplätze. Zudem habe sich die Geburtenrate im Ort überraschend positiv entwickelt, was mehr Krippenplätze erforderlich mache. Im Gemeinderat werden Entscheidungen mit einer Mehrheit getroffen, betonte er.

Vollmayer hakte nach, fragte nach einer Vision, wo Aschau hinwill, denn hier sei sich der Gemeinderat ja oft uneinig. Salzeder sagte, er halte nichts von einem Ortsentwicklungsplan; der koste nur Geld. „Was hilft es, wenn ein neuer Gemeinderat alte Entwicklungspläne umsetzen muss und nicht flexibel sein kann?“

Gertraud Reiser übte Kritik am Bürgermeister. Gerade bei der Diskussion ums Wirtshaus sage dieser, „die Bürger sind gefragt. Aber wenn Beispiele kommen, redet er sie klein, bremst sie ein“. (Ein Beitrag über die Situation Waldwinkels folgt.)

Engelbert Kölbl sagte, er würde einen Zukunftsplan für die Ortsentwicklung begrüßen. „Der Gemeinderat sollte auch mal in eine Richtung marschieren. Wir haben hier über 2000 Arbeitsplätze, da hängen mit Familien bis 5000 Leute dran. Da muss man planen. Das blauäugig drauf zu steuern, kann auch mal nach hinten losgehen. Es reicht nicht immer nur zu sagen, wie toll wir bei der Gewerbesteuer sind. Nicht, dass wir bei der nächsten Gebietsreform plötzlich von Waldkraiburg aus regiert werden.“

„Ja, im Gemeinderat gibt es Diskrepanzen, die einen wollen wachsen, die anderen nicht. Das wird aber immer so sein. Da hilft auch ein Ortsentwicklungsplan nichts“, so Salzeder.

Der Litzlkirchener Kölbl äußerte auch sein Unverständnis, dass die Telekom zum Glasfaserausbau die Straßen in Litzlkirchen aufreiße, jedoch die Anwohner sich nicht anschließen können, weil der Telekom ein Verteilerkasten zu teuer ist. Obwohl großes Interesse in Litzlkirchen bestünde, die Telekom die Bürger vorab aber nichtmal gefragt habe.

Hier erklärte Stephan Kirchbuchner von der Gemeinde, dass die Telekom die Hauptleitung für Glasfaser durch Litzlkirchen ohne Einzelanschlüsse baue.

Das liegt daran, dass die Telekom diesen Gemeindebereich eigenwirtschaftlich schon für 30 M/bit ausgebaut hatte und daher das Thema Glasfaser nicht mehr in den Förderbereich falle.

Kölbl sagte, wenn er sich selbst anschließen würde, koste ihn die Glasfaser 10000 Euro. „Alle reden über Digitalisierung, aber wir leben hinter dem Mond. Das Kabel geht ja direkt an den Grundstücken vorbei.“ Er habe gehofft, die Gemeinde hätte hier was aushandeln können.

Franz Mittermaier bat darum, die „unsauberen Übergänge und Absenkungen“, mit denen sich die Radlfahrer am Radweg zum Beispiel am Kreisel in Aschau-Werk Richtung Waldkraiburg rumärgern müssen, nach und nach zu verbessern.kla

Artikel 1 von 11