Waldkraiburg – Zu Fuß zum Einkaufen, Café trinken oder Schwimmen gehen: Leben und Wohnen in zentraler Lage ist der Wunsch vieler Menschen, aber auch eine Kernforderung der UN-Behindertenrechtskonvention. Der Bezirk Oberbayern fördert deshalb beim Neubau von Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen vorzugsweise Projekte, die die Teilhabe am Leben der Gemeinschaft verbessern.
In Waldkraiburg fördert der Bezirk Oberbayern mit rund 770000 Euro den Neubau eines Wohnheims und einer Förderstätte mit jeweils 24 Plätzen (wir berichteten). Träger des Vorhabens sind die Barmherzigen Brüder Algasing. Bezirkstagspräsident Josef Mederer begründete den Zuschuss unter anderem mit der zentralen Lage des Bauplatzes. „Hier bieten sich für die künftigen Bewohner wirklich beste Voraussetzungen für die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft mitten im Ortszentrum von Waldkraiburg.“ Auch sei die Förderstätte für Menschen mit Behinderungen, die im Landkreis Mühldorf zu Hause bei ihren Familien lebten, gut erreichbar.
Der Neubau soll das Wohnheim ersetzen, das im 1905 erbauten Schloss Malseneck in der Gemeinde Kraiburg untergebracht ist. Dort leben derzeit 48 Menschen mit Behinderungen. Das Schloss liegt weit außerhalb des Ortszentrums und erschwert so die Teilhabe der Bewohner und Bewohnerinnen.
In einem zweiten Bauabschnitt soll ein weiteres Gebäude mit 24 Wohnplätzen entstehen.
Über einen Zuschuss freuen dürfen sich auch die Lebenhilfe Werkstätten der Region 10. Sie planen südlich der Altstadt von Ingolstadt einen Neubau mit 24 Wohnplätzen für Menschen mit Behinderungen (Zuschuss 409000 Euro).
Grünes Licht für einen Zuschuss gab der Sozialausschuss auch für einen Neubau der Chiemgau Lebenshilfe-Werkstätten in Traunreut, ein Gebäude mit 120 Werkstatt-Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen errichtet (Zuschuss 209000 Euro).re