Monaco-Pipeline

Abgleiten, aber kein Hangrutsch

von Redaktion

Schwierigkeiten auf der Baustelle der Monaco-Pipeline? An der Querung des Wanklbachs in Kraiburg sei es zu zwei Zwischenfällen gekommen. Das Unternehmen Bayernets dementiert.

Kraiburg – An der tiefsten Stelle in Kraiburg quert die Trasse der Monaco-Pipeline den Ort. Auf der einen Seite kommt die Leitung eine steile Böschung hinab, führt unter dem Wanklbach hindurch und geht dann wieder eine Anhöhe hinauf.

Aber genau an der Querung des Wanklbachs hat es Beobachtungen von Tina Dambacher zufolge vor einiger Zeit Schwierigkeiten gegeben. Dabei sei es zu zwei Ereignissen gekommen: Zum einen hätte es einen Hangabrutsch gegeben, zum anderen sei Grundwasser angebohrt worden. Zwei Szenarien, auf die Dambacher schon im Voraus hingewiesen hatte.

Beim Planfeststellungsverfahren brachte sie Einwände vor, dass die Verlegung der Pipeline an der tiefsten Stelle in Kraiburg „aufgrund der dort schon vorhandenen Infrastruktur sehr schwierig“ ist. „Auch könnten Bodenbeprobungen hinsichtlich des Grundwasserstandes nicht aussagekräftig sein. Außerdem führt sie an, dass „vor ungefähr 30 Jahren links und rechts des Baches eine ehemalige Senke wegen der Schaffung eines Parkplatzes“ um circa zehn Meter aufgefüllt worden ist“.

Probebohrungen könnten daher ungenau sein. Ihre Befürchtung: Durch eine mögliche Verletzung der Lösschicht könne das Grundwasser noch weiter absinken mit weitreichenden Folgen für die Natur und die Anwohner. Sie schlug daher eine Alternativtrasse vor.

Eine solche lehnte das Unternehmen Bayernets ab: Die Trassenalternative durchschneidet zwei Biotope und greift in Waldflächen ein, heißt es in dem Planfeststellungsverfahren. Probebohrungen hätten ergeben, dass das Grundwasser etwa 3,20 beziehungsweise 3,80 Meter unter Geländeniveau liegen würde. Die angesprochene Aufschüttung hätte nicht zehn Meter, sondern nur einen halben Meter betragen.

„Die Werte stimmen nicht“, ist Tina Dambacher überzeugt. Als Zeitzeugin könne sie sich noch an die Aufschüttung erinnern. Der hohe Grundwasserspiegel habe es zum Beispiel nötig gemacht, dass sie ihr Haus in eine Wanne bauen musste.

Nun sei es aus diesen Gründen zu einem Zwischenfall auf der Baustelle der Monaco-Pipeline gekommen. Tina Dambacher spricht von einem Hangabrutsch und davon, dass Grundwasser angebohrt worden sei. Entsprechend hektisches Treiben auf der Baustelle bekräftigten ihre Vermutungen. Das Grundwasser sei in die Kanalisation eingeleitet worden. Die Kosten müssten dann die Bürger zahlen.

Nur von einem „lokalen Abgleiten von Erdreich im Bereich des vorhandenen Ufers des Wanklbaches“ spricht Marc-Boris Rode von Bayernets. Das Erdreich sei aber umgehend ausgehoben und der Uferbereich stabilisiert worden. Dass Grundwasser angebohrt worden sei, sei nicht zutreffend. „Der Pegel des Grundwassers wird in regelmäßigen Abständen durch ein beauftragtes Ingenieurbüro anhand vorhandener Kontroll- und Messstellen überprüft. Es wurde keine unnatürliche Veränderung des Pegelstandes festgestellt“, sagt Rode auf Nachfrage.

Dass es auf der Baustelle zu einem zwischenzeitlichen Stopp gekommen sei, hat einen einfachen Grund: Es hätte längere Lieferzeiten für die Spezialummantelung des Dükers gegeben, mit dem der Wanklbach offen gequert wird. Dabei handle es sich um spezielle Schalungsschläuche, die individuell angefertigt werden.

Auch sei es im Planfeststellungsbescheid der Regierung von Oberbayern geregelt, dass das in den offenen Baugruben anfallende Grund- und Oberflächenwasser in den Schmutzwasserkanal der Stadtwerke Waldkraiburg eingeleitet werde.

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