Waldkraiburg – Viele Firmen im Landkreis Mühldorf sind auf der Suche nach qualifizierten Arbeitskräften. Gleichzeitig versuchen Flüchtlinge, nachdem sie erste Deutschkenntnisse erworben haben, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die Jobbegleiterin Dr. Carolin Jürgens, die bei der Stabstelle „Lernen vor Ort“ am Landratsamt angesiedelt ist, möchte hier vermitteln. Vor Kurzem besichtigte sie deshalb zusammen mit einer Gruppe von Bewerbern mit Fluchthintergrund die EMG Casting AG in Waldkraiburg.
Albert Tauschhuber, Vorstand Technik, Personal bei der EMG, führte die Gruppe durch die verschiedenen Abteilungen und erklärte die Produktionsabläufe. Die Teilnehmer zeigten großes Interesse an den Herstellungsprozessen und hatten viele Fragen an den Firmenvertreter. Auf diese Weise hatten die potenziellen Bewerber die Möglichkeit, den Mitarbeitern über die Schulter zu schauen und so einen direkten Eindruck von ihren künftigen Aufgaben bei der EMG zu bekommen.
Carolin Jürgens ist eine von 56 Jobbegleitern in ganz Bayern. Sie unterstützt Flüchtlinge während und nach der Vermittlung in Arbeit und ist dabei nicht nur Ansprechpartnerin für die Flüchtlinge, sondern auch für die Betriebe. Die Jobbegleitung ist Teil der Initiative „Integration durch Ausbildung und Arbeit“ der bayerischen Staatsregierung in Kooperation mit verschiedenen Partnern (Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, der Bayerische Handwerkstag, der Bayerische Industrie- und Handelskammertag sowie die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit).
Bei einer Kabinettssitzung zogen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Arbeitsministerin Emilia Müller und Bildungsminister Dr. Ludwig Spaenle eine positive Bilanz über die Initiative. „Seit dem Start unserer gemeinsamen Initiative konnten 117880 Geflüchtete in Praktika, Ausbildung und Arbeit integriert werden. Fast 48000 Geflüchtete haben wir in eine reguläre Beschäftigung integriert“, so die Wirtschaftsministerin laut einer Pressemitteilung der Staatsregierung.
Der Jobbegleiterin im Landkreis Mühldorf ist der direkte Kontakt zu den Betrieben wichtig. „Statt eines klassischen Vorstellungsgespräches konnten sich Betrieb und Bewerber auf informelle Weise kennenlernen und ins Gespräch kommen.“ Und der Firmenbesuch war auch erfolgreich – drei Flüchtlinge wurden zum Probearbeiten eingeladen.re