Gaspistole sah täuschend echt aus

von Redaktion

Polizeibeamte entwaffnen psychisch labilen Mann

Waldkraiburg – Eine Bedrohung mit einer „Anscheinswaffe“ endete am Mittwoch ohne Verletzte, wie die Polizei gestern mitteilte.

Streit mit der Mutter eskalierte

Familienangehörige eines 57-jährigen Mannes, der sich in einer psychischen Ausnahmesituation befand, alarmierten die Beamten. Diese bedrohte der Mann mit einer Schusswaffe, die, wie sich am Ende herausstellte, eine Gaspistole war, jedoch von einer echten Pistole nicht zu unterscheiden war. Den Einsatzkräften gelang es, den Mann, ohne Einsatz ihrer Dienstwaffen, zu überwältigen.

Vorausgegangen war ein Familienstreit in der Wohnung zwischen einer Mutter und ihrem 57-jährigen Sohn. Bevor die Streife eintraf, hatte sich der als Hauptaggressor beschriebene Sohn kurzzeitig mit seinem Wagen entfernt. Kurz darauf kehrte der Mann zurück zur Wohnung und die Streife fuhr erneut an.

Der Mann hielt sich alleine in einem Zimmer auf und sollte von der Streife zu den von der Mutter geäußerten Vorwürfen befragt werden. Beim Betreten des Zimmers richtete der Mann unvermittelt eine zurechtgelegte Pistole auf die Polizisten, die ihrerseits die Dienstwaffen zogen, wie Polizeichef Georg Deibl mitteilt.

„Taktisch klug und reaktionsschnell“

„Sie forderten ihn auf, die Waffe niederzulegen“, fasst Deibl das Geschehen zusammen. Ein Beamter stand näher am Täter und nutzte gemeinsam mit einer Kollegin eine kleine Unachtsamkeit des Gegenübers aus, um ihn zu entwaffnen. „Taktisch klug und reaktionsschnell“, so Deibl. Nur diesem Umstand sei es zu verdanken, dass es zu keinem polizeilichen Schusswaffengebrauch gekommen ist.

Der alkoholisierte Mann wurde zur Inspektion mitgenommen und später in die Psychiatrie eingewiesen. Schnell klärte sich, dass er keine „scharfe Pistole“ hatte. re

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