Waldkraiburg – Das neue Waldkraiburger Christkindl heißt Chiara Molter. Die 15-Jährige hat quasi schon Erfahrung, denn sie war zuvor schon als Engerl auf dem Christkindlmarkt unterwegs und da war den Verantwortlichen schnell klar: Diese junge Dame soll auch einmal das Christkindl werden.
Die Realschülerin empfahl sich mit etlichen wichtigen Eigenschaften für den Job: Sie ist bescheiden, freundlich, sie liebt Weihnachten und Kinder, in denen sie auch ihre berufliche Zukunft sieht. Mit 14 hat Chiara den Kurs zur Babysitterin absolviert, nachdem sie das schon jahrelang „einfach so“ gemacht hatte.
Sie reitet gerne, hat aber wenig Zeit dafür, und tanzt mit Begeisterung als Gardemädchen. Sie hilft beim Kindertanzkurs der „Hot Socks“, wo auch ihre Eltern tanzen, und würde sich freuen, wenn sich die Gelegenheit bieten würde, in diese Richtung mehr zu machen.
Weihnachten hat für sie und ihre Familie eine besondere Bedeutung. „Weihnachten ist meine Lieblingszeit. Es bedeutet für mich, mit Familie und Freunden zusammen zu sein, gemeinsam etwas zu Hause zu machen, Gemütlichkeit.“
Weihnachtstraditionen lebt die Familie, zum Beispiel einen Weihnachts-Brunch, für den alle etwas mitbringen, das Kaufen des Weihnachtsbaumes, der bis zur Decke gehen muss, das Bastelfieber in der Vorweihnachtszeit oder das Aufstellen der Carrera-Bahn und der Playmobillandschaft extra für die Weihnachtsferien. Das ist Chiara wichtiger als viele Geschenke zu bekommen.
Nervös vor der Rede am Rathausfenster
„Sie hat nie Wünsche zu Weihnachten“, schüttelt Mutter Diana den Kopf. Materielles sei nicht so wichtig, bestätigt lächelnd das Christkind, das auch fürs Plätzchenbacken in der Familie zuständig ist.
Auf ihre Aufgaben auf dem Christkindlmarkt freut sich Chiara, nur wegen der Rede ist sie ein wenig nervös. Die schreibt das Christkind in Waldkraiburg nämlich immer selbst.
Und auch dort muss eine Tradition wieder aufgefrischt werden, die sie als Engerl erlebt hat: Das Tauschen der Nikolaus-Süßigkeiten gegen leckeren Baumstriezel – „irgendwie ist das verloren gegangen, seit ich Engerl war, das muss ich ihnen wieder zeigen“, freut sich Chiara. Am schönsten findet sie den Christkindlmarkt natürlich, wenn er dick verschneit ist.
Sie würde sich freuen, wenn sie diese Aufgabe in Zukunft noch länger übernehmen dürfte. Das kommt aber darauf an, auf welche Schule sie nach ihrem Abschluss wechselt.
Probleme sollte es damit keine geben, denn sie hat gute Noten und schon eine recht klare Vorstellung: „Ich möchte gerne was mit Kindern machen, aber nicht unbedingt als Erzieherin im Kindergarten, ich würde Kindern gerne helfen.“
Ganz aktuell hat sie sich die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ auf die Fahnen geschrieben. „Ich finde es schade, dass so wenige Leute helfen, ich würde gerne etwas tun, um das bekannter zu machen.“