Waldkraiburg – Recht viel besser kann man Augustinus, einem der prägendsten Kirchenlehrer und Denker des Abendlandes, wohl kaum nachspüren, als dies durch den Liedermacher Siegfried Fietz in einem Konzert in Maria Schutz geschah.
„Unruhig
ist unser Herz“
Im stimmungsvoll mit Bildern von Irmi Seidl gestalteten Kirchenraum begrüßten Udo Kesselgruber von der Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Maria Regler den Meister der modernen Vertonung christlicher Lieder zusammen mit seinem Sohn Oliver. Er wiederum hieß seinerseits mit dem Song „Ich wünsch dir Zeit“ den Initiator des Konzerts, Pater Sebastian Rass, willkommen.
„Shalom“ und das weltbekannte „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ stimmten die Zuhörer auf den Augustinus-Zyklus ein. Fietz hatte 13 bekannte und weniger bekannte Sätze des großen Heiligen vertont, die vom Lyriker Marco Kunz in ganz neue Reime gebracht worden waren.
Und von der ersten Minute an konnte der Musiker die Zuhörer in seinen Bann ziehen, so mit dem eindringlichen Schöpfungsgedanken „Es gab kein Damals“, dem das überzeugende „Wer singt, betet doppelt“ folgte.
Dies ließ sich das Publikum nicht zweimal sagen, und man wiederholte bei allen folgenden Liedern den kurz gefassten Refrain, jeder mit eigener Stimmung und Färbung, einmal choralartig wie „Die Seele findet Ruhe“, dann lautmalerisch in „Unruhig ist unser Herz“ oder peppig wie „Mensch lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel nichts mit dir anzufangen“.
Die Themen Liebe, Freude und Sehnsucht tauchten in Variationen immer wieder auf: „Schöne Dinge wären nicht, wenn sie nicht von Gott kämen“ und gipfelten im nachdenklich getragenen Stück „Unruhig ist unser Herz“.
Oliver Fietz setzte einen überzeugenden Schlussakkord mit seinem Lied „Ich bin, ich war, ich werde sein“ und kehrte damit zum aussagekräftigen Leitmotiv des Abends zurück: „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst“.fis