Aschau – Mit dem Marsch „First Blow“, was so viel wie „Erstschlag“ bedeutet, begrüßte die Jugendkapelle die Konzertbesucher unter der Leitung von Alexander Terre musikalisch. Die meisten von ihnen sind bereits seit ein paar Jahren im Verein bei Terre oder Ehrendirigent Richard Michna in Ausbildung. Mit der Polka „Es ist Wochenend“ und dem Walzer „Aus den Bergen“ – beides aus der Feder des Österreichers Huby Mayer – bewies die junge Jugendkapelle, dass sie auch traditionelle Blasmusik spielen kann.
Mit der berühmten Samba „Aquarela do Brasil“ von Ary Barroso nahmen die Jungmusiker die Zuhörer schließlich mit auf eine musikalische Reise zum Karneval von Rio, was diese sogleich mit der Forderung nach einer Zugabe honorierten.
Zum Ende des ersten Teils trat bereits die Blaskapelle auf die Bühne und regte mit der Suite „La Cucina Italiana“ unter der Leitung von „Chef de cuisine“ Terre vor der Pause den Appetit der Gäste an. Die Zuhörer konnten – wie von Komponist Robert Finn sicher gewünscht – beim Zuhören von einem Menü aus Minestrone, Tortellini a la Romana, Chianti und Tiramisu träumen, während es auf der Bühne vereinzelt tatsächlich einen Schluck „Chianti“ gab.
Mit den majestätischen Klängen des Marsches „Kaiserin Sissi“ von Timo Dellweg eröffnete die Blaskapelle den zweiten Teil des Konzertabends. Von ihrer gefühlvollen Seite zeigte sich die Kapelle anschließend mit dem romantischen Walzer „Wie im Märchen“ von Mathias Rauch – er beschreibt in seiner Walzerkomposition einen Abendspaziergang von zwei Verliebten unter dem Sternenhimmel.
Ein Hauch von Wiener Hofball aus Kaiserzeiten wurde beim „Hofkonzert mit Strauss“ in die Gemeindehalle getragen. Bekannte Melodien wie „Rosen aus dem Süden“, „Wiener Blut“ oder „An der schönen blauen Donau“ verleiteten beinahe zum Tanz.
Ein weiterer musikalischer Höhepunkt gelang der Blaskapelle mit den Melodien aus „The Jungle Book“, bei denen sich der ein oder andere Zuschauer sicher beim Mitsingen ertappt hat. Wer kennt sie nicht – die Klassiker aus dem Walt Disney-Film: „Probier‘s mal mit Gemütlichkeit“ von Balu dem Bär, „Hör auf mich“ der Schlange Kaa und „Ich wäre gern wie du“ vom Affenkönig Louie. Auch die Melodien des Potpourri „Italo Pop Classics“ mit „Azzuro“ von Adriano Celentano und „Gloria“ von Umberto Tozzi gingen vermutlich manchem Zuhörer nicht mehr aus dem Kopf.
Katrin Kirsch erzählte an diesem Abend nicht nur Anekdoten zu den einzelnen Musikstücken und Komponisten, sie konnte auch gleich zweimal ihr musikalisches Können unter Beweis stellen: In der flotten Polka „Dudàckà“ an der Es-Klarinette gemeinsam mit Stefan Kirmayer (B-Klarinette) und beim Duett „Pas de deux“ an der B-Klarinette gemeinsam mit Magdalena Hopf (Saxofon). Alle Solisten meisterten die musikalischen Herausforderungen souverän.
Das begeisterte Publikum forderte zwei Zugaben, von denen die Blaskapelle die bekannte Polka „Von Freund zu Freund“ ihrem Ehrendirigenten Michna widmete. Bei der zweiten Zugabe griff Dirigent Terre wie auch schon in den Jahren zuvor selbst zu seiner Trompete und überzeugte als Solist mit „Jednoho dne se vratim“, dem Titellied aus dem bekannten Western „Spiel mir das Lied vom Tod“, was die Zuhörer mit anhaltendem Applaus honorierten.
Im Rahmen des Konzertes überreichte der Erste Vorsitzende Wolfgang Duschek gemeinsam mit Alois Salzeder das Musiker-Leistungsabzeichen in Bronze an Johanna Frank, die sich den Prüfungen am Instrument Posaune unterzogen hatte. Außerdem wurde Franz Mitterberger junior für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft mit der Ehrennadel in Gold des Musikbundes Ober- und Niederbayern ausgezeichnet.re