Waldkraiburg – Wegmann arbeitet für die Belange der Arbeitnehmer in dem Steuerkreis mit, der im Februar die finalen Leitlinien festlegen wird. Wenn der Stadtrat das Paket absegnet, wird es der Handlungskatalog der Stadt für die nächsten zehn bis 15 Jahre werden.
Am Wochenende geht Bernd Wegmann durch die Stadt und schaut ganz bewusst Straßen oder Geschäfte an und beobachtet Menschen auf der Straße. Allerdings erst, seit er im Steuerkreis des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) mitarbeitet. In diesem Konzept wird erarbeitet, wie Schwerpunkte wie Arbeiten, Wohnen, Umwelt oder Freizeitgestaltung in Waldkraiburg in den nächsten Jahren aussehen könnten. „Ich sehe mittlerweile einige Dinge mit anderen Augen.“
Er stellte bei der Mitgliederversammlung die Eckpunkte von ISEK vor und sagte, die obersten Ziele seien die Stärkung des Zusammenhalts aller Waldkraiburger, die Identifikation mit ihrer Stadt sowie das Image Waldkraiburgs. Er merkte auch an, dass er vor seiner Mitarbeit bei ISEK manche Dinge komplett ausgeblendet habe. Er nannte hier unter anderem die massiven Verkehrsprobleme, beispielsweise am Schulzentrum, den Einzelhandel mit den Problemen Leerstand oder dem Aussehen der Geschäfte sowie die abfließende Kaufkraft.
Am Beispiel der Schaffung von neuem Wohnraum zeigte er die Problematik Waldkraiburgs auf. So haben die Ebinger, Pürtener und Niederndorfer kein Interesse, dass Waldkraiburg in ihre Richtung wächst. Auch die Landwirte hätten bereits signalisiert, dass sie ihren Grund nicht hergeben wollen. Das heißt, Waldkraiburg habe nur eine Chance durch innerstädtische Verdichtung.
Wegmann sagte aber auch, dass bei allen Ideen über Geld nicht gesprochen worden sei. Ihm sei klar, dass Waldkraiburg aber sogar Mehreinnahmen brauche, wenn es wachsen wolle, um seine Aufgaben auch erfüllen zu können.
Dabei betonte er auch, dass man hier Waldkraiburg als Ganzes und nicht nur Einzelmaßnahmen sehen müsse. Hier sah er die Chance der SPD, sich entsprechend zu positionieren.
Ausgiebig wurde auch der Stadtbus diskutiert. Eine Besucherin verwehrte sich vehement gegen weitere Einsparungen. Das mache Waldkraiburg nicht attraktiver. Zudem regte sie ein Anrufsammeltaxi an. Waldkraiburg habe eine Verpflichtung den Senioren, Kranken, Behinderten und Jugendlichen gegenüber. Sie wollte auch nicht einsehen, dass das Stadtbus-Angebot nicht finanzierbar sei. Hier hakte Wegmann ein und regte an, auch über unkonventionelle Möglichkeiten des ÖPNV nachzudenken.
„Wir suchen sogar nach Bleistiften, die wir einsparen können.“
Stadtrat Gerd Ruchlinski
zur kritischen Finanzsituation der Stadt
Unsanft auf den Boden der Realität zurückgeholt wurden die SPD-Mitglieder von Gerd Ruchlinski, der klarlegte, dass Waldkraiburg in nächster Zeit so gut wie keinen finanziellen Spielraum habe. „Wir suchen sogar nach Bleistiften, die wir einsparen können“, formulierte er es bildlich. Daher mahnte er, man solle die praktische Politik nicht aus den Augen verlieren. Demgegenüber stand die Argumentation von Bernd Wegmann, die SPD müsse auch über das heute und morgen hinausblicken. Es müsse für die Bürger klar sein, für was die Sozialdemokraten in Waldkraiburg stehen.
Einen Blick auf die Aktivitäten im Ortsverband warf der Vorsitzende Alexander Arnusch. Die Jusos im Landkreis werden wieder reaktiviert. Am 15. Dezember ist die Gründungsversammlung. Alexander Will berichtete aus der Stadtratsarbeit. Beim Waldbad setzt er auf eine Zusammenarbeit mit Aschau, beim Rathaus präferiert er einen Neubau und beim Stadtbus stellte er die Frage, wie lange sich die Stadt das Angebot noch leisten könne.