Waldkraiburg – Nach der mit Spannung erwarteten nicht öffentlichen Sitzung des Kultur- und Sportausschusses am Donnerstag wollte Bürgermeister Pötzsch auf Anfrage nichts zu Inhalten und Ergebnissen sagen. Sondern zunächst abwarten, bis alle Zahlen und Fakten auf dem Tisch liegen. Gestern äußerte er sich in einer Mitteilung an die Medien dann doch erstmals öffentlich zur möglichen Verlagerung der Stadtbücherei ins Haus der Kultur (wir berichteten).
Pötzsch erklärt, dass die Stadt in zeitnaher Zukunft vor vielen – vor allem finanziellen – Herausforderungen stehe. Das Rathaus muss saniert werden, das Waldbad ist baufällig, die Nachfrage nach Kinder-Betreuungsplätzen steigt stetig. Der Bürgermeister: „Wir wollen den Bürgern und Bürgerinnen auch weiterhin ein kulturell vielfältiges Angebot bieten und sind uns unserer Verantwortung in Bezug auf Kinder-Betreuungsplätze und ähnliche Herausforderungen bewusst.“ Aus diesem Grund sei es wichtig, Möglichkeiten zu prüfen, „mit dem Ziel, uns mit den vorhandenen Ressourcen weiterhin das volle Angebot leisten zu können. Eine Möglichkeit sei es, Synergien zu schaffen, zum Beispiel indem städtische Einrichtungen enger miteinander vernetzt werden.
Im Kultur- und Sportausschuss habe die Stadtverwaltung die Stadträte über einen möglichen Umzug der Stadtbücherei in das Haus der Kultur informiert. Pötzsch berichtet von Überlegungen, die Räumlichkeiten im Haus des Buches „beispielsweise für einen Hort oder anderweitig zu nutzen“. Nach aktuellem Sachstand läuft die Betriebserlaubnis des Hortes St. Christophorus in der Diesel-Grundschule noch bis Ende Juli 2019, nicht, wie mitgeteilt, bis zum nächsten Schuljahr 2017/18. „Eine Entscheidung für oder gegen das Haus des Buches als neue eventuelle Wirkungsstätte für den Hort wird daher keineswegs schnell und unüberlegt getroffen.“
Für den Hort werden laut Bürgermeister aktuell einige Alternativen geprüft – nur eine davon ist das Haus des Buches, denn neben dem Bedarf müssen auch anfallende Umbau- und Unterhalts-Kosten, wie auch mögliche Zuschüsse, geklärt werden. „Dass es aber eine Alternative geben muss, wenn die aktuellen Räumlichkeiten und somit Hort-Plätze wegfallen, steht außer Frage.“ Die Stadtverwaltung arbeite mit Hochdruck daran, zeitnah eine adäquate Lösung zu finden.
Zu den Auswirkungen des Umzugs in das Haus der Kultur äußert sich Pötzsch in der Mitteilung nicht. Nach Informationen unserer Zeitung sind die Glassammlung und die Städtische Galerie betroffen, die für die Bücherei weichen müssten. Auch über weitere mögliche Sparmaßnahmen im Kulturbereich wurde gestern nichts bekannt.