ERdgasnetz Waldkraiburg

Aus Konkurrenten werden Partner

von Redaktion

Lange gab es Streit um die Gaskonzession. Künftig wollen die Stadtwerke Waldkraiburg und die Energienetze Bayern, Tochtergesellschaft der Energie Südbayern, in einer Kooperationsgesellschaft bei der Erdgasversorgung eng zusammenarbeiten. Gestern wurde die Kooperation mit der Vertragsunterzeichnung im Rathaus besiegelt.

Waldkraiburg – Aus Konkurrenten werden Partner: Erdgasnetz Waldkraiburg GmbH & Co. KG – das ist der volle Name der gemeinsamen Kooperationsgesellschaft, über die die Stadtwerke Waldkraiburg (51 Prozent) und die Energienetze Bayern (49 Prozent) ab 1. Januar 2018 Eigentümer des örtlichen Gasverteilnetzes in Waldkraiburg sind. Gestern setzten Stadtwerke-Geschäftsführer Herbert Lechner und Anton Erb, Geschäftsführer der Energienetze Bayern, ihre Unterschriften unter den Vertrag.

Im Zusammenhang mit der Vergabe der Gaskonzession an die Stadtwerke im Jahr 2013 hatte es Differenzen zwischen Stadtwerken und der Energienetze Bayern gegeben, die die Konzession behalten wollte. Schon damals hatte es Gespräche über eine Zusammenarbeit gegeben. Vor einem Jahr wurden die Verhandlungen neu aufgenommen und nun „eine gemeinsame Lösung gefunden“, so Bürgermeister Robert Pötzsch, der bei einem Pressetermin im Rathaus von einem „erfreulichen Ereignis“ sprach. Dies sei „ein Gewinn für alle Beteiligten und vor allem für unsere Bürgerinnen und Bürger vor Ort“.

Mit der Kooperation werde ein Grundstein für die Partnerschaft in den nächsten 50 Jahren, auch auf weiteren Betätigungsfeldern gelegt, meinte Norbert Kindermann. Der Geschäftsführer der Energie Südbayern und Gesellschaftervertreter der Energienetze Bayern erinnerte daran, dass die Kooperation zwischen der Stadt und dem Unternehmen schon seit Anfang der 1960er-Jahre besteht, als in Waldkraiburg das erste Erdgasnetz in Deutschland aufgebaut wurde. Aktuell umfasst es über alle Druckstufen etwa 145 Kilometer Leitungslänge mit 3724 Ausspeisepunkten (Netzanschlüssen) und 5581 Zählern (Kunden).

Stadtwerke-Geschäftsführer Lechner sprach von einer „fairen Regelung für beide Partner“. In die neue Kooperation bringen die Stadtwerke die Konzession ein, die Energienetze Bayern bleiben als Pächter des Netzes weiterhin verantwortlicher Netzbetreiber. Durch die Kooperation werden Stadt und Stadtwerke noch stärker in Investitionsentscheidungen eingebunden und gestalten den weiteren Ausbau der Erdgasversorgung in Waldkraiburg mit, auch in Abstimmung auf die geothermale Fernwärme. Zudem übernehmen die Stadtwerke Aufgaben vor Ort als Dienstleister der Energienetze. Das führt zu verstärkter lokaler Präsenz, mehr Bürgernähe und leichterer Erreichbarkeit.

Für den Endkunden verändert sich formaljuristisch nichts. Und: Den Gasverbrauchern in Waldkraiburg bleiben nach der Neustrukturierung der Erdgasversorgung die sehr günstigen Netzentgelte der Energienetze Bayern erhalten, laut Geschäftsführer Anton Erb, die drittgünstigsten Entgelte aller 114 Betreiber im Freistaat.

Die Kooperation beim Netz führt zu keinen Veränderungen bei der Erdgasversorgung. Seit einigen Jahren ist die Stadtwerke GmbH auch in diesem Bereich tätig, hat derzeit zwischen 800 und 900 Kunden.

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