Aus dem Gemeinderat

Schwimmbad – Alles auf Anfang?

von Redaktion

Ein Schwimmbad in Kraiburg zu haben ist und bleibt der Wunsch von Bürgermeister Herbert Heiml – auch wenn es die Finanzlage der Gemeinde derzeit nicht zulässt. „Ich werde am Ball bleiben“, sagte er auf Nachfrage von Erich Unterforsthuber, der wissen wollte, wie es weitergeht.

Kraiburg – Das Schwimmbad stand in der Gemeinderatssitzung nicht auf der Tagesordnung. „Das geht mir ab“, sagte Erich Unterforsthuber (UWG) unter dem Punkt Anfragen. Er erkundigte sich nach dem Sachstand. Ende Oktober fand eine öffentliche Gemeinderatssitzung in der Remise statt, zu der 100 Bürger erschienen, weil es ums Bad ging (wir berichteten)

In seiner Fraktion herrschen unterschiedliche Meinungen zum Thema, so der UWGler (Zweite Bürgermeisterin Annette Lehmann war verhindert, Anm. d. Red.). Heiml erklärte, die Sitzung in der Remise habe unterschiedliche Fragen aufgeworfen. „Die Versammlung war aber nicht repräsentativ für die Bevölkerung. Daher fände ich eine Bürgerbefragung gut“, so Heiml.

Die Bevölkerung kenne nun die Fakten, solle das Erfahrene sitzen lassen und verbreiten. Die Leute sollen Zeit haben, untereinander zu diskutieren. Einstweilen könne sich beim Posten „staatliche Zuschüsse“ wieder etwas tun, hier setze sich der Landtagsabgeordnete Knoblauch sehr ein. „Alles ist ein bissl im Fluss. Auch auf Bitten mehrerer Gemeinderäte stellen wir das Thema zurück“, so Heiml. Er werde definitiv am Ball bleiben, denn er wolle langfristig wieder ein Bad im Ort haben.

Schwimmbecken für Schule plötzlich wieder Thema?

Anneliese Schuster (CSU) brachte im Bezug auf eine mögliche staatliche Förderung – sofern sich hier was tue – wieder ein technisches Schwimmbecken für die Schule ins Gespräch. „Das müssten wir dann neu diskutieren. Mit einem Naturbad wäre das Schwimmbecken für Schüler nämlich nicht drin“, so Schuster.

Etwas fassungslos fragte Unterforsthuber – nicht nur in Anbetracht der kommunalen Finanzlage – ob man ernsthaft auf einen Zuschuss über eine Million hoffe. Mindestens 1,5 Millionen Euro seien selbst für ein kleines Becken nötig, „da bräuchten wir rund 1,2 Millionen vom Staat – wie unrealistisch“, sagte er. Man sei sich doch einig gewesen, ein Naturbad anzupeilen, weil man dann keine solch hohen Kosten hätte. „Und jetzt plötzlich sind wir wieder beim normalen Schwimmbad“, schüttelte er den Kopf.

Adrian Hilge (SPD) sagte, vielleicht könnte man ein Schwimmbecken auch in der Naturbad-Version realisieren. Das sei rechtlich nicht möglich wegen der Sicht, erklärte Heiml.

Anton Voglmaier (CSU) sagte, er stehe nach den negativen Bürgerreaktionen in der Remise wieder am Anfang. Auch wenn er nach wie vor ein Baugebiet am alten Bad-Standort als Gegenfinanzierung als gute Sache sehe. Unterforsthuber sagte, die Bürger seien ja wegen des Bades und nicht wegen des Baugebietes zur Versammlung gekommen. Er wollte eine klare Aussage von Heiml, die auch in die Öffentlichkeit kommuniziert werden müsse. Es reiche einfach nicht, seit zwei Jahren immer wieder zu sagen, „machen wir irgendwann“. „Wir haben das Geld momentan nicht und dazu müssen wir stehen“, bekräftigte er. In einem Jahr werde man doch auch nicht weiter sein.

Petra Jackl (CSU) sagte, sie habe die Veranstaltung als gut empfunden, weil man endlich mit seiner Meinung an die Öffentlichkeit gehen konnte, zuvor konnte man nicht sagen, was in den Gremien dazu besprochen wurde.

Sie warb um Geduld, denn es sei ein großes und wichtiges Projekt, das man nicht übers Knie brechen sollte. „Solange die Finanzierungsfrage nicht geklärt ist, kann ich nicht Ja oder Nein zum Schwimmbad sagen“, so Jackl.

Bürgermeister Heiml sagte zu Unterforsthuber: „Wir können jetzt schon abstimmen, aber unter den momentanen Umständen wird das im Gemeinderat eher auf ein Nein rauslaufen. Ich will aber ein Ja, auch wenn es länger dauert.“ Abgeschmettert wäre das Thema schnell und zudem gebe es momentan einfach keine Gegenfinanzierung. „Ich werde am Ball bleiben.“ Solange das Thema finanziell nicht geklärt ist, muss es auf Eis liegen.

Unterforsthuber schob noch hinterher, er wolle nicht, dass am Ende hängenbleibt, „nur weil die UWG kein Baugebiet auf dem Areal des alten Bades wollte, gibt es jetzt kein Schwimmbad“. Es gehe schließlich generell um die Finanzierbarkeit.

Artikel 1 von 11