Waldkraiburg – Seit Februar gibt es den Familienstützpunkt in Waldkraiburg. Daneben wurden bisher weitere Stützpunkte in Mühldorf und Gars mit Nebenstelle Reichertsheim eingerichtet.
Die neue Einrichtung des Landkreises, in Waldkraiburg unter der Trägerschaft des Familienzentrums e. V., ist als niederschwelliges Beratungsangebot für Familien konzipiert, die Hilfe und Unterstützung brauchen oder anfragen, aber den Weg in das Amt für Jugend und Familie im Landratsamt scheuen. Klienten werden an geeignete Fachstellen vermittelt, es gibt Sprechstunden in Kooperation mit Caritas und Allgemeinem Sozialdienst. Künftig soll auch mit dem Netzwerk frühe Kindheit (Koki) kooperiert werden und das Projekt Elterntalk integriert werden. Auch Eltern mit Migrationshintergrund sollen dabei nach einer entsprechenden Ausbildung Gespräche rund ums Thema Erziehung moderieren. Neben den Beratungsangeboten und der Vermittlungsfunktion zu Fachstellen sind mehrere Angebote in Planung: ein Winterschwimmkurs in der Schulschwimmhalle, ein Schwangerentreff, ein Familien-Kochkurs im Rahmen des VHS-Programms oder die Beteiligung am „Tag der kleinen Waldkraiburger“ im nächsten Jahr.
Über die Arbeit im Stützpunkt informierten den Ausschuss Alexandra Pertl-Clemens, die dort die Sprechstunden am Montag und Mittwoch anbietet, die Koordinatorin Tanja Spacek von „Lernen vor Ort“ im Landratsamt sowie Elfriede Geisberger, Leiterin des Amtes für Jugend und Familie. Sie räumten ein, dass die Sprechstunden in den ersten Monaten nur schleppend angenommen wurden. Das Angebot hat sich noch nicht bei allen Familien herumgesprochen, vereinzelt seien aber Familien, die das Sozialamt bisher nicht erreicht habe, angesprochen. Von 20 Kontakten, die sich zum Teil auch über mehrere Tage oder Wochen hinziehen, war die Rede. Es fehle auch noch eine Bedarfserhebung.
Für eine abschließende Bilanz ist es nach gut einem halben Jahr ohnehin zu früh. Elfriede Geisberger: „Das braucht einen langen Atem und ein bisserl Geduld. Wir sind auf einem guten Weg.“
So schätzen das auch Eva Köhr und Richard Fischer ein, die von dem Angebot überzeugt sind. Auf die Frage von Michael Steindl und Frieder Vielsack, ob auch auswärtige Familien das Angebot in Anspruch nehmen, meinte Tanja Spacek, derzeit sei dies nicht der Fall. Sollte sich das ändern, müsste man das Konzept auch finanziell überdenken.
Franz Belkot zweifelt daran, dass der Landkreis den staatlichen Zuschuss, den er für jede Geburt bekommt, in voller Höhe in das Projekt einbringt, um die Belastung der Kommunen gering zu halten. Elfriede Geisberger meinte dagegen, von den 30 Euro pro Geburt – 2015 waren das 28850 Euro – bleibe kein Euro beim Landkreis.
(Siehe auch Bericht über die Bezuschussung des Familienzentrums auf Seite 14.)