Familienzentrum

Stadt übernimmt gut 30000 Euro Defizit und erhöht Zuschuss

von Redaktion

Die Stadt übernimmt auf Antrag des Familienzentrums das Defizit für die Mittagsbetreuung in der Diesel-Grundschule in Höhe von 21643 Euro (2015 bis 2017) und für die Spielgruppe (2016/17) in Höhe von 12484 Euro. Zugleich hat der Haupt- und Finanzausschuss einen Zuschussantrag in Höhe von 50000 Euro ab 2018 für die Spielgruppe abgesegnet.

Waldkraiburg – Ein Defizit in Höhe von insgesamt 21643 Euro ist im Zeitraum von 2015/16 bis 2016/17 in der Mittagsbetreuung in der Diesel-Grundschule aufgelaufen. Der Träger, das Familienzentrum e.V., hatte in den vergangenen Jahren das Defizit aus Rücklagen beglichen. Diese sind nach Angaben des Vereins aufgebracht. Um die Einrichtung, in der 36 Kinder fünf Tage in der Woche bis 16.15 Uhr, beziehungsweise 17.15 Uhr, plus acht Wochen in den Ferien von pädagogischem Fachpersonal betreut werden, aufrechterhalten zu können, braucht der Trägerverein die Hilfe der Stadt.

Steigender Bedarf an Betreuungsplätzen

Das Problem: Die staatliche Förderung für die Mittagsbetreuung bleibt deutlich hinter der Förderung für einen Kinderhort zurück. 9000 Euro für jede der drei Gruppe mit je zwölf Kindern bekommt das Familienzentrum seit zehn Jahren unverändert, insgesamt also 27000 Euro im Jahr Schuljahr. Für einen Hort in dieser Größe gäbe es etwa 45000 Euro. Die Elternbeiträge sind laut Franz Maier, Geschäftsführer des Familienzentrums, schon jetzt höher als im Hort (101 Euro bis 16.15 Uhr/111 bis 17.15 Uhr). Eine Umwandlung in einen Kinderhort scheitert allerdings an den Räumlichkeiten, weil laut Auskunft des Landratsamtes nur eine Betriebserlaubnis für maximal 20 bis 25 Kinder möglich ist. Die Betreuungsplätze werden aber dringend gebraucht.

Für einen Hort wäre nicht nur der staatliche, sondern auch der städtische Zuschuss höher, erklärte der Leiter der Sozialabteilung, Reinhard Schmid. Ein Vorteil der Mittagsbetreuung ist, dass es dafür keine Betriebsträgererlaubnis braucht. Man kann auch mal schnell noch ein Kind aufnehmen, ohne den Personalschlüssel ändern zu müssen.

Auch die Spielgruppe soll erhalten werden

Einstimmig hat der Ausschuss die Defizitübernahme beschlossen, weil die Einrichtung erhalten bleiben muss, um das Betreuungsangebot aufrechtzuerhalten. Auch die Spielgruppe, die das Familienzentrum an fünf Tagen in der Woche für Kinder im Alter von 18 Monaten bis zum Kindergarten-Eintritt im Haus der Jugend anbietet, will die Stadt wegen des steigenden Betreuungsbedarfs erhalten. Platzangebot und Betreuungszeit wurden erhöht. Insgesamt 21 Kinder belegen laut Geschäftsführer Maier die zwölf Plätze an zwei bis fünf Tagen. Auch hier zahlen Eltern mehr als in einer Krippe.

Das Defizit für die Spielgruppe ist im Jahr 2016/17 auf 12484 Euro gestiegen. Seit sieben Jahren hatte die Stadt die beantragten Zuschüsse nicht in voller Höhe gewährt, sodass sich das Defizit um jährlich etwa 1000 Euro erhöhte. Bis 2016 wurde dem Familienzentrum für die Spielgruppe ein Zuschuss in Höhe von 29000 Euro gewährt, für 2017 hatte der Verein bereits einen Zuschuss in Höhe von fast 42000 Euro beantragt.

Einstimmig hat der Ausschuss auch diesem Defizitausgleich zugestimmt.

Gleichzeitig wurde ein Antrag befürwortet, ab 2018 den Zuschuss für die Betriebs- und Personalkosten der Spielgruppe auf 50000 Euro jährlich zu erhöhen. Die Bezuschussung der Spielgruppe ist zwar keine kommunale Pflichtaufgabe. Bei einer Schließung der Spielgruppe, die das städtische Betreuungsangebot ergänzt und für Entlastung sorgt, müsste die Stadt den dadurch entstehenden Bedarf abdecken, etwa durch die Schaffung von Krippenplätzen. Für eine Umwandlung der Spielgruppe in eine Krippe fehlen laut Abteilungsleiter Schmid die Voraussetzungen, insbesondere ein Schlafraum. Mit 42000 Euro werde der Träger nicht hinkommen, bestätigte Reinhard Schmid, es sei ehrlicher zu sagen, dass der Zuschussbedarf bei 50000 Euro liegt. In dieser Organisationsform komme es die Stadt „billiger als wenn wir es selber machen“.

Artikel 1 von 11