Kraiburg – Shanna Hiemesch, Andrea Stadler und Andreas Miecke hatten das Konzert von der Orgelempore aus mit der Sonate in F von G. Ph. Telemann eröffnet.
In einem luftig-leicht dargebotenen Kyrie aus der „Missa brevis in G“ von W. A. Mozart sprühten Chor und Orchester von St. Bartholomäus geradezu vor Musizierfreude, sehr sicher in der Intonation, mit wunderbaren Soli der Sopranistinnen Regina Wimmer und Martina Muggendorfer.
Die Männer der Liedertafel unter Shanna Hiemesch trugen mit zwei feierlichen Hymnen der russisch-orthodoxen Kirche die Stimmung der Adventszeit in das Gotteshaus. Mit dem „Vater unser“ und „Ich bete an die Macht der Liebe“, beide von Dimitri Bortnianskij komponiert, strahlte der Chor Ruhe und Gelassenheit aus. Ganz modern dagegen das „Verbum caro“ des 1964 in Riga geborenen Rihards Dubra.
Das Gloria aus der sogenannten „Kleinen Orgelsolomesse“ von Joseph Haydn zeigte Chor und Orchester von St. Bartholomäus bestens aufeinander eingespielt. Und beide folgten exakt ihrem Dirigenten Eduard Kästner, in den unterschiedlichen Tempi ebenso wie in der ausgeprägten Dynamik.
Dann das Ensemble Vocabile unter Andreas Miecke, eine exakt aufeinander abgestimmte Gruppe mit feinen Stimmen. Genau so wurde das „Bogorodrtse“ von Sergei Rachmaninov interpretiert, und ebenso präzise erklang das anspruchsvolle „Ubi Caritas“ des Norwegers Ola Gjeilo. In den Chorgesang „In The Bleak Midwinter“ hat Gustav Holst ein polnisches Volkslied eingewoben, das später die Liedertafel noch einmal anstimmte.
Zum Abwechslungsreichtum des Konzertsabends trugen Stücke wie zum Beispiel Menuett für Soloflöte, Cembalo und Cello von W. A. Mozart, von Andrea Stadler, Shanna Hiemesch und Andreas Miecke bei.
Im Credo der Stille-Nacht-Messe, das Chor und Orchester von St. Bartholomäus vortrugen, sind neben dem Melodienreichtum vor allem die Soli im Bass (Gerd Fischer und Peter Rannetsberger) und im „Confiteor“ der Altstimme (Jutta Haunreiter und Angelika Joschko) hervorzuheben. Das Streicherensemble hatte in dem Menuett aus der Sinfonia XI von Joseph Haydn Gelegenheit, sein Können im harmonischen Zusammenspiel zu demonstrieren.
Auf viel Zustimmung beim Publikum stieß ein französisches Weihnachtslied. Der Chor von St. Bartholomäus wetteiferte hier geradezu mit dem Gloria der „Engel auf den Feldern“.
Noch einmal das Vokalensemble mit zwei Vorträgen, dieses Mal von der Chorempore herunter: Bei „This is the day“ – diese Komposition mit der großen Kirchenorgel begleitet – und „Jauchzet dem Herrn“ von Mendelssohn-Bartholdy bewies die Chorgruppe Musikalität und stimmlichen Wohllaut.
Dem herrlichen Bass-Solo aus dem Benedictus der Windhaager Messe von Anton Brückner verlieh Gerd Fischer mit seiner sonoren Stimme viel Strahlkraft. Das darauffolgende Tutti ist eine der schönsten Kompositionen der Sakralmusik.
Mächtig hallte es durch das Gotteshaus
Die Liedertafel füllte noch einmal mit stimmgewaltigem „Gloria“ das große Kirchenschiff, bevor Chor und Orchester mit dem Agnus und dem Dona Nobis aus der sogenannten Chiemseemesse zum fulminanten Finale ansetzten. Da konnten sich auch einmal die Tenorsolisten so richtig in Szene setzen. Besonderes Lob verdienen hier auch die Geigen, denn Haydn hat als sehr versierter Violinist für dieses Instrument einen hohen Maßstab angelegt.
Nach dem von allen drei Chören vorgetragenen Kanon „Da pacem, Domine“ setzte das Publikum selbst den Schlusspunkt mit dem Mozart zugeschriebenem Kanon „Dona nobis pacem“. Da hallte es mächtig durch das Gotteshaus. Das sehr aufmerksame Auditorium bedankte sich bei allen Mitwirkenden mit einem lange anhaltenden Beifall. Andrea Stadler ebenso wie die Dirigenten Andreas Miecke, Shanna Hiemesch und Eduard Kästner – Letzterer hatte auch die musikalische Gesamtleitung – wurden mit Blumen verabschiedet.re