Waldkraiburg – Rund 450000 Euro sind nach groben Schätzungen nötig für die erstmalige Nutzbarmachung des ehemaligen Schulungsgebäudes für Vereinszwecke. Damit das Gebäude dauerhaft als Vereinshaus betrieben werden kann, sind laut Götz Keßler, designierter Stadtbau-Geschäftsführer, eine neue Heizung und aufwendige Brandschutzmaßnahmen erforderlich. Diese seien nötig, um eine Nutzungsänderung und neue Baugenehmigung zu erwirken.
Diese hohen Kosten können durch eine Vermietung an den Trägerverein „Freiraum 36“, beziehungsweise die Vereine nicht refinanziert werden. Aus diesem Grund hat der Aufsichtsrat in der jüngsten Sitzung eine Nutzungsänderung des Objekts abgelehnt.
Ein Schlupfloch lässt der Aufsichtsrat offen: Für den Fall, dass es der GmbH und dem Trägerverein doch noch gelingt, einen „akzeptablen Finanzierungsvorschlag“ zu machen, wird eine Zustimmung in Aussicht gestellt. Im Klartext: Nur wenn die Vereine doch noch einen Sponsor auftreiben, hat der „freiraum 36“ eine dauerhafte Perspektive. Richard Fischer, Zweiter Bürgermeister, Vorsitzender des Trägervereins und Aufsichtsratsmitglied, glaubt nicht mehr daran. Schließlich sei der Trägerverein so wie die Vereine seit einem Jahr auf der Suche.
Er bedauere die Entwicklung sehr, sagt Fischer. Doch die Kosten seien enorm. Aus seiner Sicht ist viel erreicht, dass die Vereine nicht gleich auf der Straße stehen, sondern dank einer Interimsnutzung weitere zwei bis drei Jahre im Haus bleiben und in aller Ruhe nach alternativen Räumlichkeiten suchen können.
Für die Interimslösung hat der Aufsichtsrat den Weg frei gemacht. In Abstimmung mit dem Brandschutzgutachter sollen die festgestellten Mängel so behoben werden, dass eine temporäre Zwischennutzung für diesen Zeitraum möglich ist. Fast 84000 Euro werden die Maßnahmen, unter anderem ein zweiter Rettungsweg für das Obergeschoss als Gerüstbau, laut Keßler kosten. Mit den laufenden Kosten (Versicherung usw.) für drei Jahre summiert sich der Aufwand für die Stadtbau auf etwa 130000 Euro. „Wir wollen keinen Gewinn machen, aber eine schwarze Null schreiben.“
2,20 Euro Miete pro Quadratmeter müssen dafür die Vereine monatlich aufbringen, bei einer vollen Auslastung des Hauses. Das ist laut Richard Fischer noch nicht erreicht, 24 von 37 Räumen sind derzeit durch 14 Vereine und Einrichtungen belegt.
Drei Varianten werden untersucht
Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung der GmbH beauftragt, in den ausstehenden zwei bis drei Jahren ein Verwertungskonzept für das Gebäude zu entwickeln. Folgende drei Varianten sollen untersucht werden.
die Sanierung des Gebäudes bei Beibehaltung der derzeitigen Nutzung, laut Götz Keßler die „unwahrscheinliche Variante“.
die Klärung des möglichen Baurechts und die Erstellung eines Ersatzbaus; denkbar sei eine Wohnnutzung, eine soziale Nutzung in Kombination mit Wohnnutzung oder auch eine Büronutzung.
die Klärung des möglichen Baurechts und der Verkauf des Gebäudes samt Grundstück.