Adventskonzert

Weihnachtsg’schicht auf Bairisch

von Redaktion

Zum traditionellen Adventskonzert hatte die evangelische Kirchengemeinde eingeladen. Die Volksmusik Obertaufkirchen unter der Leitung von Gertrud Gaigl und Hans Bichlmaier, der die „Rupertiwinkler Weihnachtsg’schicht“ in bairischem Dialekt vortrug, bescherten den zahlreich erschienenen Besuchern einen eindrucksvollen Nachmittag in der Martin- Luther-Kirche.

Waldkraiburg – Auf die Zeit des Advent als verlässlichen Faktor in unruhiger Zeit verwies Pfarrer Lars Schmidt in seiner Begrüßung. Lebendige Tradition sei mittlerweile das Adventskonzert der Gemeinde, es ermögliche ein Zur-Ruhe-Kommen, um die Ankunft des Gottessohnes zu erwarten.

Organistin Amrei Probul eröffnete das Konzert mit einer Variation zu „Stille Nacht“. Den Mittelpunkt des Programms bildete die „Weihnachtsg’schicht“ des Teisendorfer Heimatdichters Karl Robel. In freier Ausgestaltung werden die im Lukasevangelium geschilderten Ereignisse im Zusammenhang mit der Geburt Jesu erzählt. Einer Vorrede über die „Obrigkeit“ folgt der „Weite Weg nach Bethlehem“, „D‘ Herbergssuche“, die „Heil‘ge Nacht“, die „Verkündigung an’d Hirten“, einige „Zwischenbetrachtungen“ und „Am End‘ no was zom Nachdenga“. Der in den Einzelheiten eher karge biblische Text wurde durch die Mundart und farbenreiche Ausschmückungen, die von einer einfühlsamen und naturnahen Phantasie des Dichters Robel zeugen, zu einem meditativen Hörerlebnis.

Dazu trug auch die besondere Vortragskunst Hans Bichlmaiers bei: Mit der Modulation seiner Stimme, seiner Mimik und Gestik verstand er es, das Einbrechen eines übernatürlichen Geschehens in die heimatliche, bäuerliche Welt des Rupertiwinkels quasi „erlebbar“ zu machen und seine Zuhörer zu fesseln.

Immer wieder eingeschoben in die Weihnachtsgeschichte wurden die alpenländisch-adventlichen Weisen der Volksmusik Obertaufkirchen, die mit Harfe, Hackbrett, Zithern, Gitarren, Kontrabass und Flöten das Publikum in ihren Bann zog. Besonders eindrucksvoll wirkten die „Weihnachtsweisen“ von Annemarie Bayerl, die den Höhepunkt, die „Heil’ge Nacht und d’Geburt von unserm Herrn“, musikalisch umrahmten: Leitmotivisch wurde die Weihnachtsbotschaft der Engel als feierliche Tonfolge intoniert, dann mehrfach durch andere Instrumente aufgegriffen, variiert und freudig bekräftigt.

Die von den Kirchenbesuchern gemeinsam gesungenen Gemeindelieder „Nun komm der Heiden Heiland“ und „Macht hoch die Tür“ sowie von den Musikern vorgetragene Mundartlieder machten das Konzert zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis.

Als einen Segen und als Geschenk bezeichnete Pfarrer Lars Schmidt in seinem Schlusswort die durch Musik und Wort übermittelte Weihnachtsbotschaft.

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