Waldkraiburger Wochenschau

Hundstage

von Redaktion

Der Regen gestern hat die Hundstage erst einmal unterbrochen. Die Abkühlung war bitter nötig – für den Menschen und die Natur sowieso. Wie sehr auch unsere Vierbeiner unter der Hitze leiden, zeigte sich am Donnerstagabend beispielhaft, als eine Schäfermischlingsdame kollabierte und im Zentrum auf einer Kreuzung zusammenbrach. Die junge Halterin war uneinsichtig und riss an der Leine. Doch Zeugen berichteten, dass das Hunderl einfach nimmer konnte, mischten sich ein, versorgten das Tier mit Wasser und einem nassen Tuch, regelten den Verkehr und verständigten die Polizei.

Stadträtin Susanne Engelmann war unter den Helfern. Für die Polizisten, die die Gemüter beruhigten und den Hund evakuierten, ist sie voll des Lobes. „Beste Polizei ever“, schrieb sie an die Redaktion. Ein junger Beamte organisierte Verstärkung, einen Polizei-Kombi und eine Decke, um das entkräftete Tier in den Wagen heben zu können. „Seine Kollegen baten ihn, nur nicht die Decke aus dem Nachtdienst-Zimmer zu nehmen. Er kam mit einer aus der Zelle zurück“, so Engelmann. Potenzielle Zelleninsassen mussten wohl die Nacht ohne Überwurf verbringen. Das sympathische Verhalten der Beamten bringt die Stadträtin zu folgendem Schluss: „Wer eine solche Polizei am Ort hat, kann sich wirklich glücklich schätzen.“

Hundetrainerin Sigrid Noé-Foros erklärt eindringlich, was man seinem Partner mit der kalten Schnauze bei diesen Temperaturen keinesfalls zumuten darf. Und weil manchen Menschen Feingefühl fehlt, versucht sie es über einen Perspektivenwechsel, wie Joggen im Wintermantel im Hochsommer oder barfuß auf 57 Grad heißen Asphalt herum gezerrt zu werden. Der heiße Asphalt war auch der Grund, warum der frisch sanierte Kreisel in Niederndorf gestern doch noch nicht für den Verkehr frei gegeben werden konnte. Die lange und andauernde Hitze verhinderte das Auskühlen und Festwerden der neuen Deckschicht. Und weil wir nicht gleich wieder eine Buckelpiste wollen, warten wir brav bis heute.

Warten und Geduld haben – das ist auch ein gutes Stichwort für Siegfried Klika. Der passionierte Hobbygärtner hat einen ausgeklügelten mehrstufigen Rettungsplan für seine Buchsbäume entwickelt, um dem kleinen, grünen, kulleräugigen Satansbraten namens Buchsbaumzünsler den Garaus zu machen. Mit so einem ausgefuchsten Altbürgermeister legt man sich besser nicht an 🙂.Andrea Klemm

Artikel 1 von 11