Ortsumfahrung Pürten

Stadt begrüßt Unterstützung durch Huber

von Redaktion

Um auf eine Höherstufung der Ortsumgehung Pürten im aktuellen Staatsstraßen-Ausbauplan hinzuwirken, wendet sich die Stadt in einem Schreiben an Umweltminister Marcel Huber. Der Ferienausschuss des Stadtrates hat das Schreiben, in dem die Argumente ausführlich dargelegt werden, einstimmig befürwortet.

Waldkraiburg – Bürgermeister Robert Pötzsch berichtete in der Sitzung von einem Ortstermin mit dem Minister und Stimmkreisabgeordneten. Auf Initiative der UWG war dieses Treffen mit dem UWG-Fraktionsvorsitzenden Frieder Vielsack, dem Verkehrsreferenten des Stadtrates, Rainer Zwislsperger (CSU), weiteren Stadträten und dem Leiter der Bauabteilung, Carsten Schwunck, zustande gekommen. Minister Huber habe dabei Unterstützung für das Anliegen der Stadt signalisiert und um Unterlagen zu der favorisierten Trasse gebeten.

Für die Ankündigung Hubers, sich für eine Höherstufung der Ortsumgehung im Ausbauplan einzusetzen, dankt der Bürgermeister dem Staatsminister ausdrücklich in diesem Schreiben.

Die Stadt bringt gleichzeitig ihre Enttäuschung zum Ausdruck, dass bei der Planung zum Ausbau der Staatsstraße 2091 inklusive Umbau der Pürtener Kreuzung nicht schon die Fortsetzung des Staatsstraßenausbaus durch eine Ortsumfahrung miteinbezogen wurde. Um die Weichen richtig zu stellen, müsse diese Weiterführung bereits jetzt konkretisiert werden, fordert die Stadt.

Prognose für 2020: Jeden Tag bis zu 15000 Kraftfahrzeuge

Wie dringlich diese Maßnahme ist, das unterstreicht die Stadt mit dem für 2020 prognostizierten Anstieg des Verkehrsaufkommens auf bis zu 15000 Kraftfahrzeuge pro Tag und einem Schwerverkehrsanteil von elf Prozent. Die Gefällestrecke durch Pürten sei aufgrund ihrer kurvenreichen Verkehrsführung, der großen Steigung und der unklaren und unbefriedigenden Radführung eine Gefährdung der Verkehrsteilnehmer. „Mehrere Unfälle mit Lkws, Landmaschinen und Radfahrern in den letzten beiden Jahren sprechen eine deutliche Sprache.“

In dem Schreiben referiert die Stadt die Geschichte der Ortsumfahrung. Der Wunsch danach sei erstmals in den 1970er-Jahren an den Freistaat herangetragen worden, im Ausbauplan aber nie über die 2. Dringlichkeit hinausgekommen.

Eine schnelle Verwirklichung durch den Freistaat sei deshalb nicht in Sicht. Das hatten zuletzt Innenminister Herrmann und MdB Stephan Mayer mitgeteilt. Der Vorschlag, die Ortsumfahrung auf dem Weg einer kommunalen Sonderbaulast zu realisieren, ist aufgrund der schwachen finanziellen Leistungsfähigkeit der Stadt aus Sicht der Kommune nicht realisierbar.

Die Stadt könnte ihren Eigenanteil dafür nicht aufbringen. Für die Aufnahme der Maßnahme in den Ausbauplan 2011 waren Kosten von fast zehn Millionen Euro geschätzt worden. Unter dieser Annahme hätte der Eigenanteil der Stadt etwa 2,7 Millionen Euro betragen, wegen der gestiegenen Baupreise müsse heute von einer Verdoppelung dieser Summe ausgegangen werden.

Laut einer Planungsstudie aus dem Jahr 1999 galt bisher eine Umgehung im Westen Pürtens (vor der Kläranlage) die am besten geeignete Variante. Diese Trasse hat den Nachteil, dass sie eine Ortsentwicklung westlich von Pürten nicht mehr zulässt und der benachbarte Ortsteil St. Erasmus durch den hohen Wall einer Innkanalbrücke von Pürten abgeschnitten wird.

Auch in Pürten gibt es deshalb Kritiker dieser Variante. Die Stadt hatte deshalb weitere Varianten östlich von Pürten und großräumige Lösungen untersuchen lassen, die den Verkehr aus dem Süden schon vor dem Stadtgebiet ableiten. Deren Realisierung scheint aber nicht aussichtsreicher.hg

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