Waldkraiburg – Seit 1. August sind die Kommunen aufgerufen, Projekte für das Bundesförderungsprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen, Sport, Jugend und Kultur“ einzureichen. Bis 31. August müssen die Projektvorschläge das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung erreichen. Hundert Millionen Euro stehen bundesweit für investive Projekte mit besonderer regionaler oder überregionaler Bedeutung und sehr hoher Qualität zur Verfügung. Dabei geht es um Gesichtspunkte wie soziale Integration, Stadtentwicklung oder Klimaschutz. Gefördert werden in erster Linie die bauliche Sanierung und der Ausbau der Einrichtungen, aber wie Bürgermeister Robert Pötzsch betonte – in Ausnahmefällen auch Ersatzneubauten, vor allem dann, wenn diese im Vergleich zur Sanierung die wirtschaftlichere Variante darstellen.
Wird eine Kommune ausgewählt, darf sie auf eine relativ hohe Förderung (45 Prozent der förderfähigen Kosten) hoffen. Pötzsch warnte im Blick auf den enormen Sanierungsbedarf öffentlicher Bäder in der Republik vor zu hohen Erwartungen. Experten haben nach seinen Worten errechnet, dass es 4,5 Milliarden Euro bräuchte, um die Bäder wieder auf einen guten Stand zu bringen.
Die Chance auf Fördermittel will im Stadtrat niemand ausschlagen. Doch die Befürworter der Waldbad-Sanierung wie der CSU-Fraktionssprecher Anton Sterr und Zweiter Bürgermeister Richard Fischer (SPD) hätten einen „zweigleisigen Antrag“ lieber gesehen. Sterr verwies auf den Stadtratsbeschluss für das Freibad mit nur einer Stimme Mehrheit und den Bürgerentscheid, bei dem den Waldbad-Befürwortern nicht viel auf das Quorum gefehlt habe. Zudem könne es auch dazu kommen, dass sich Aschau noch einmal anders entscheide, gab Fischer zu bedenken. Harald Jungbauer (CSU) glaubt, dass eine Sanierungsmaßnahme größere Chancen hätte, von der Jury ausgewählt zu werden.
„Wir können nicht zweigleisig fahren und den Neubau und die Sanierung planen“, entgegnete der Bürgermeister. Das sei auch förderrechtlich nicht möglich. Er sehe im Gegenteil mehr Chancen für die Neubau-Variante, „weil wir uns partnerschaftlich zusammen tun“, um gemeinsam mit Aschau was auf die Beine zu stellen. Stadtwerke-Geschäftsführer Herbert Lechner befürchtet zudem, dass eine Bewerbung für beide Varianten den Antrag, in dem die Stadt ja begründet, warum der Ersatzbau der Sanierung vorzuziehen ist, unglaubwürdig machen würde.
Die Chance auf eine Förderung wollen auch die Befürworter der Waldbad-Sanierung nicht verbauen. Anton Sterr: „Wenn wir nur eingleisig fahren könne, dann müssen wir in den sauren Apfel beißen.“ Einstimmig befürwortete der Ferienausschuss deshalb, das Freibad-Projekt in interkommunaler Zusammenarbeit mit der Gemeinde Aschau für eine Förderung einzureichen. (Siehe auch nebenstehende Meldung.)